Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 13)
- Language
- German
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Die Agada der Tannailen. Einen Maßstab für die S eb st Ke ü r LH eil umg des Menschen, nach seinen Beziehungen zu Gott und. zu den Mitmenschen, sowie zum eigenen Gewissen, gab Akiba in folgenden drei Mgeln *): 1, Wessen Gebet in seinem Munde geläufig ist •— wem das Gebet frei vom Herzen und vom Münde kömmt, — für den diene das als gutes Zeichen, das Gegentheil ist ein schlimmes Zeichen für ihn. : 2. An wem die Menschen Befriedigung haben, an dem hat auch Gott Befriedigung, an wem die Menschen keine Befriedigung haben, an dem hat auch Gott keine. 3. Wer an dem Befriedigung hat, was ihm gehört, für den ist das ein gutes Zeichen/Mangel an Befriedigung mit dem Seinen ist ein schlimmes Zeichen. — Die ersten zwei dieser Regeln werden sonst auch dem als Beter und Asketen berühmten Frommen jener Zeit, dem von Jochanan b. 2akkai und Gamliel hochgeschätzten Chanina b. D o s a zugeschrieben *). lieber das Bild von der Wage s. oben S. 114*. — S. ferner über die Sentenz Gr ätz, Gnosticinmus und Judenthum, S. 94. *) Tos. Berachvth 3,3 ר' עקיבא אומה . . . תא היה אומר. So die Handschriften von Wien und Erfurt. Wenn in den gew. Ausgaben für ר* עקיבא steht ר׳ יהודה, so ist das aus einem ursprünglichen 5 ל' יהודה בשם ל' עקיבא אובדU erklären. Nach der einen Lesung fiel der Name-des Tradenten, nach der anderen der des Autors aus. Im selben Cap. der Tos. berichtet ebenfalls Jehud ä (b. Jlai) über'die Kmebeugungen und Niederwerfungen Akiba's beim Gebete (vgl. b. Berach. 31 a). Tos. Baba Kamma 7,2 hat die Wiener Handschrift gleichfalls יתדה für י ־ י . .עקיבא ... *) Nr. 1 steht in etwas modificirten Gestalt in M. Berach. 5, 6, ebenso-in der Baraithä b. Berach. 34 b und j. Berach. 9 d, als von C h a n i n a b. Dosa in Bezug auf seine Bittgebete für Kranke und deren Erhönmg angewendet. Nr. 2 ist wörtlich als dritte Sentenz , Chanina's zu lesen Aboth 3, 10; jedoch ist beachtenswerth, daß in Aboth di R. N. 0 22 Ans. nur s die anderen zwei Sentenzen Ch.'s mitgetheilt sind. —-Ueber Chanina b. Dosa hat M. Friedv l a nd er eine die Bedeutung dieses von der Sage verherrlichten Frommen sehr übertreibende Schrift veröffentlicht: Ben Dosa und seine Zeit; vgl. G r ätz, Monatsschrift 1872, S. 331 ff. — Eine angebliche Dentung Hhanina -b, Dosa's zu Prov. 17,17 (s. Literaturbl. des Or.