Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829570-2829577-2874177--21601-2874214- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Agada der Tannaiten. LS8 Aus dem eigenen au den mannigfachsten Erfahrungen reichen Leben schöpfte Akibä die Mahnung zu unbedingtem Goltvertrauen bei allen Vorkommnissen des Lebens. Stets gewöhne sich der Mensch zu sagen: ״Alles was Gott thut, ist znm Guten ')". Es ist mit andern Worten derselbe Satz, den die Ueberlieferung Akiba's Lehrer, Na ch um aus Gimrv in den Mund gelegt hat: ״Auch das ist zum Guten * *)". Dieses Gottvertrauen hatte zur Grundlage Akiba's Ansicht von einer allwissenden und gütigen Weltregierung, über deren die menschliche Willensfreiheit nicht beschränkendes Walten er den bekannten Wahlspruch hatte: Alles ist vorhergesehen, aber die Freiheit ist gegeben; mit Güte wird die Welt gerichtet, doch fällt die Entscheidung nach der Mehrheit des menschlichen Thuns *). p. 170, den Spruch Sirach 's, 37, 8 : and avfißövÄov ipvXa^ov vqv ipi'xfjv aov, xctl yviöih nqöreQOV di avrov tQiia. •) Ber. 60 b : הנא משמיה דר״ע לעולם יהא ארם רגיל לוטר כל דעביד רחמנא לטב . (S a b tcainrt ten Spiud), wie ebendas. Huna berichtet, im Namen M e i r ' s). Das Wort עכיר am Schluß, wie es nach der gew. Leseart stehe, ist Zusatz, s. Dild. Sofrim. ׳Auch in der darauf folgenden Erzählung lautet die Sentenz im Munde Mba's: כל רעביד רחמנא לטב; und am Schlüsse der Erzählung hebräisch: כל מה .שעושה הקדוש ברוך הוא למוכה לטובה (י n גם, Taan. 21 b. ■) Aboth 3,15. In Abvth di R. N. 0. 39 gekürzt und gcän» dert: הכל צפוי והכל גלוי והכל לפי רעהו של ארם. Die Leseart לפי רוב המעשה ist besser bezeugt, als die ohne רוב Cf• Taylor p. 11s-); der letzte Satz der Sentenz soll weiter nichts Anderes sagen, als was nach Koheleth rabba zu 10, 1 Mba selbst im Namen der דורשי רשומות (f. oben C. 153") anführt: האדם ניחן אחר חבו, wozu die Erläuterung: ״Immer urtheile der Mensch so über sich, als ob er zur Hälfte fromm, zur Hälfte sündig wäre; übt er dann nur eine einzige gute That, Heil ihm,׳ da er sich nach der Wagschale des Verdienstes hin geneigt hat; begeht er eine einzige Sünde, wehe ihm, da er sich dadurch nach der Seite der Schuld hin neigie." In Tos. Kidduschin I, 13, ebenso b. Kidd. 40 ab steht das anonym, ergänzt mit dem Hinweis auf Koh. 9,18. S. auch unten Absch. 6 die homiletische Deutung von PN, J«s. 5,14.