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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1883-01-01 · Heft 5 · p. Seite 201

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
32 (1883)
Issue
Heft 5
Article
Exegetische Studien zum Propheten Jeremia
Date
1883-01-01
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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Exegetische Studien zum Propheten Jeremia. £01 werden. Folglich kann unmöglich Jeremia diese Worte gesprochen haben, sondern nur ein exilischer Prophet. Zeugt ja auch B. 28: ״ ,מרוע הוטלוwarum sind sie in ein fremdes Land geschleudert worden", daß das Exil bereits ein Factum war. Im Exils konnte :sich :gerade Jojachin Hoffnung machen, nicht bloß nach Judäa zurückzukehren, sondern noch dazu als Regent eingesetzt zu werden. Bei Emil-Marodach stand er in hoher Gunst. Wie zwei phönicische Königssöhne von dem babylonischen König mit einem Regententitel aus dem Exils entlaffen wurden, durste auch Jojachin auf diese Vergünstigung speculiren. Diese Hoffnung schneidet ihm der exilische Prophet ab und fügt hinzu, daß von Jojachins Nachkommen keiner je den Davidischen Thron besteigen werde (L. 30s. Ich habe bereits früher nachgewiesen, daß dieser Ausspruch von dem Ausschluß der Jojachiniden von der Regierung für alle Zeiten im Wiederspruch steht mit einem Ausspruche Ezechiels, welcher gerade einem jungen Reiß von Jojachins Nachkommen die Herrschaft über Juda verheißen hat (Jg. 1876 S. 52 f.) Diese Prophezeiung hat sich halb bewährt, indem sein Enkel Zerubabel über Juda geherrscht hat, wenn auch nicht als König. Wie V. 27—36 aus der Exilszeit stammen, so auch das Darauffolgende XXII, 1 —9. Mit XXII, 26 ist die Jeremianische Rede zu Ende, welche mit Anfang Cap. XXII beginnt, die er an Zidkija gerichtet hat. Weil in dieser zum Schluffe von Jojachin die Rede ist, hat der Sammler der Jeremianischen Reden die Weissagung von Jojachins Verwerfung und was sich daran anschließt, daran angefügt. Dieses exilische Stück besteht aus 3 Theilen: 1) XXII 27—30 gegen Jojachin, 2) XXIII 1—4 gegen die Hirten, und 3)■5—8 Prophezeiung von der Regierung eines weisen Königs und von der Rückkehr Israels aus dem Exile. Der zweite Theil hat die entschiedenste Aehnlichkeit mit Ezechiel Cap. 31. Unter den Hirten, deren

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