Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Exegetische Studien zum Propheten Jeremia
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
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152 Exegetische Studien zum Propheten Jeremia. nicht ohne Weiteres verständlich ist. Nach diesem Eingänge habe Gott dem Propheten untersagt, eine Frau heimzuführen und eine Familie zu gründen, und als Grund wird angegeben, weil Eltern und Kinder dem sichern Untergang geweiht seien. Der ganze Verlauf der Rede ist so gehalten, als wenn dis Katastrophe des Unterganges bereits sehr nahgerückt war, sei es, daß sie unter Jojachin oder Zedekia gesprochen ist. Damals stand Jeremia bereits im Mannesalter, war mindestens 30 Jahre alt, in einem Alter, in welchem Männer längst eine Familie gegründet haben. Und doch soll dem Propheten erst in diesem Alter das Eingehen einer Ehe untersagt worden sein? Der Eingang muß daher nothwendiger Weise so erklärt werden, daß der Prophet bei der Vorausverkündigung der Katastrophe nachträglich in Erinnerung bringt: ihm sei aus diesem Grunde Familienleben untersagt worden. ,אשר npn ויהי דבר ה׳ איי: לא ist daher als Plusquamperfect. zu erklären. Dafür spricht ganz besonders der Text der LXX, welcher im Eingang hat: xal 0i> ov prj Mßyg yvvalxa, Xsyet xvqiog ö Osog, d> h. יאחה אל תקח אשה אמר ה׳. Es ist hier eben so ein nachträglich angebrachter Zug wie 3, 6 (vgl. o. S SS). V. 14 ביזה מרזה bedeutet nur ״Jubelhaus", ״Hochzeilshaus". Dem Propheten wird zweierlei untersagt, sich eben so wenig an Trauer wie an Freude zu betheiligen. Das Letztere wird V. 8 erklärt: וביה משתה לא מבוא. V. 14—15 sind entschieden ein Zusatz aus der exilischen Zeit, die Strafandrohung von V. 13 wird B. lös. fortgesetzt. V. 16 לרבים «ירים kann man im Hebr. nicht sagen, da das adjektivische Attribut immer dem Substantiv nachgesetzt werden muß. Daher zu lesen ״ ,לרביםden Schützen". V. 19—20 ist eine Betrachtung des Propheten, die er in Wechselgesprächs mit Gott angestellt hat: Wie ist diese Verkerthsit nur möglich, daß das Volk sich Götter macht, und den