Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Exegetische Studien zum Propheten Jeremia
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
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Exegetische Studien zum Propheten Jeremia, 147׳ Gebet übergeht und endlich aus einer zweiten Abweisung des Gebetes von Seiten Gottes und abermaligen Strafandrohung. Die Schilderung der Noth und die wiederholten Fürbitten ist selbstverständlich derart aufzufassen, daß Jeremia,!von tiefem Mitgefühl über die Noth ergriffen, sich in inbrünstigem Gebet an Gott, um Abwendung derselben gewendet und darauf die abweisende drohende Antwort von Seiten Gottes erhalten hat. Darauf weisen unverkennbar die VV. 14,12 ויאמר ה' אל תתפלל בעד העט und 15,1 ויאמר ה' אם יעמר משה «שמואל לפני. Es muß also angenommen werden, daß Jeremia trotz der erfahrenen Abweisung noch einmal eine Fürbitte eingelegt hat, wie in der Genesis erzählt wird, daß Abraham mehrere mal für Sodom in Gebet eingetreten ist. Daher ist die zweitmalige Abweisung noch, schärfer gehalten: Selbst wenn die größten Propheten Mose und Samuel für das Volk eintreten sollten, würde Gott seinen Rathschluß in Bezug auf das Volk nicht ändern. Im Eingang muß daher das Historische vorausgesetzt werden: ,ואחפלל אל ה׳ ואצור אבלה יהורר, und darauf dis Antwort אל תתפלל: Und bei der Wiederholung der Fürbitte {14,17) vor חרתה עיני דמעה die Einleitung, ואחפלל עוד אל ה׳, und darauf die zweitmalige stärkere Abweisung. Folglich gehört der erste Halbvers 17 ואמרח אליהם אח הדבר הוה nicht zum folgenden/ sondern zum voraufgehenden (so richtig einige Ausleger). So muß der Gedankengang construirt werden. Nur V. 14,10 כה אמר ה׳ כן אהבו לנוע ist störend, da die eigentliche Antwort erst in V. 11 gegeben ist: ויאמר ה׳ אל חחפלל, lieber- Haupt paßt dieser V. gar nicht in den Zusammenhang. Denn er tadelt das Unstütte des Volkes, daß es seine Schritte nicht zurnclhalte, d. h. sich bald nach der einen Seite, bald nach der andern um Beistand wende (etwa bald nach Aegypten, bald nach Babylonien, wie 11,18, 25; 36 und das Jeremianische!0*