Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829570-2829574-2873991--21435-2874022- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Agava der Tannaiten. 121 auch dieses Verbot unterliegt dem allgemeinen Grundsatz v»n den Geboten Gottes, daß der Mensch sie übe, um durch sie zu leben, nicht aber um durch sie zu sterben (Lev. 18,5); wenn an den Israeliten die Aufforderung ergeht, entweder ohne Zengen Götzendienst zu treiben oder sein Leben zu verlieren, möge er — so lehrte Jsmael im Gegensätze zu seinen Collegen') — sein Leben retten. Aber er erleide eher den Tod, als daß er öffentlich den Götzen diene, denn es ist geschrieben (Lev. 22,32): Ihr sollt nicht entweihen meinen heiligen Namens! — Daß das Sabbat h gebot der höhern Pflicht, sein Leben zu retten, auch im Zweifelsfalle weichen müffe, das erwies Jsmael, als er mit Akiba und Eleasar b. Asarja die Frage erörterte, durch Schlußfolgerung aus dem Gesetz über den Einbrecher, den man tödten dürfe, um einem etwaigen Anschläge auf das eigene Leben zuvorzukommen (Exod. 22,1); ״wenn Blutvergießen, welches das Land verunreinigt und die Gottesgegenwart aus Israel weichen läßt, gestattet ist, um sein Leben zu retten, sollte nicht zur Rettung eines Menschenlebens das Sabbathgesetz verletzt werden dürfen ף? Die große Bedeutung der Gesetze über Unzucht und verbotene Ehen findet Jsmael in dem Umstande bezeichnet, daß der Abschnitt über dieselben mit dem Namen Gottes eingeleitet und geschloffen wird (Lev. 18,2,30)* *). — Die Wichtigkeit der Be- ') S. Gr ätz IV,464. *) SifrL zu Lev. 18, 5 (86 b), Synh. 74 a. *) Mech. zu Exod. 81,13 (103 5?, Joma 85 a, vgl. Mcch. zu 22,1;89 a). In Tos. Sabb. c. 15 (16) Ende tradirt diese Argumentation A ch a im Namen Akibas und erweitert sie durch die Deutung von Lev. 18,6 und 22,32, welche mit einer wesentlichen Modification — wonach Götzendienst auch ohne Zeugen nicht gestattet ist, um das Leben zu retten — ebenfalls aus dem im Vorhergehenden angeführten Satze Jsmaels übernommen ist. 0׳ Sift׳ä zu 18,2 (85 d) חמורות העריות שהיא פותח בהם ביו״ד ה״א וחותם ביו״ד ה״א שבתחלת העני; הוא אומר אני ד׳ ובסוף הענין הוא אומר