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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1883-01-01 · Heft 2 · p. Seite 68

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
32 (1883)
Issue
Heft 2
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1883-01-01
Page
Seite 68 (sequence 6)
Language
German
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68 Die Agada der Tannaiten. Normen werden von Jsmael Normen von mehr materieller und weniger allgemeiner Natur überliefert, welche׳ auf die sprachliche Einkleidung und den Inhalt des heiligen Textes sich beziehen und nicht so sehr die Methode der Interpretation bestimmen und leiten sollen, als gewisse Einzelerscheinungen des auszulegenden heiligen Textes unter allgemeine Gesichtspunkte zusammenfassen. Solcher Normen Jsmaels finden wir folgende: a. ״Die h. Schrift redet in der S p r a ch e der M e nschenkinder." Diesen Grundsatz gebrauchte Jsmael gegenüber Akiba, der aus dem Infinitiv vor dem Verbum finitum in Num. IS, 31 die Ausrottung des Götzendieners aus dieser wie aus der kommenden Welt herleitete. Darauf sagte Jsmael: Sollte, weil ein Wort mehr steht, diese Seele ausgerottet werden, vielmehr redet die Schrift in der Sprache der Menschenkinder * *), Denselben Satz wendet Jsmael gegenüber einer andern Deduktion Akiba's aus dem Infinitiv in Lev. 19,20 an *). — In palästinensischen Talmud wird dieser Satz in anderer Form überliefert. Entgegen der Norm Akiba's, daß p l e o n a» stische Ausdrücke im Texte eine Erweiterung des Textinhaltes ') Sifrs z. St. § 112: א״ל ר׳ ישמעאל לפי שהוא אומר הכרת חכרת הנפש ההיא דברה תורה כלשון בני אדם. Im bab. Talmud, Synh. 64 b, 90 b wird eine abweichende Version mitgetheilt, deren Tendenz es ist, auch Jsmael die Ansicht zuzuschreiben, daß Götzendienst Ausrottung aus der kommenden Welt bedinge. Für die Ursprünglichkeit der Version des SifrS zeugt eine andere Controverse zwischen Jsmael und Akiba, wo Jener Diesem auf eine Deduktion aus dem Waw von וכת, Lev. 21,9 entgegnet: וכי מפני שאתה דורש בת ובת נוציא!ו לשריפה, Synh. 51 b. — Die unten S. 76, Anm. 2 mitgetheilte Controverse zwischen I. und A. beruht ebenfalls auf der verschiedenen Betrachtungsweise des Infinitivs והצל. — Vgl. Friedmann, Einl. zur Mechiltha p. LXXII. *) Kerith. 11a, vgl. Gittin 41b. Mit Rücksichtnahme aus eine Auslegung Jsmaels von Num. 5, 28 (Sifrs z. St. 8 19, Sota 26 a) wird der Satz angewendet zu ראה תראה I Sam. 1,11, Berach. 31 b (joo die Namen Jsmael und Akiba versetzt sind.

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