Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1883-01-01 · Heft 2 · p. Seite 53

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
32 (1883)
Issue
Heft 2
Article
Exegetische Studien zum Propheten Jeremia
Date
1883-01-01
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829570-2829573-2873932--21360-2873944
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Exegetische Studien zum Propheten Jeremia. 83 Zusatz. Denn erst den exilischen Propheten lag es sehr am Herzen, die Gemeinde im Exils, welche an einer Wiederbelebung per-; zweifelte (vgl. Ezechiel 27,11), aufzurichten und ihr die Hoff- V nung auf Rückkehr in die Heimath einzuflößen. So oft daher in Jeremia eine drohende Rede von Hoffnung erweckenden Versen unterbrochen ist, muffen diese als spätere Zusätze betrachtet werden, mit deren Ausscheidung die Strafrede durch Aneinanderreihung der getrennten Glieder einen vollen Zusammenhang erhält. Geht man von diesen sichern kritischen Resultaten aus, so lassen sich ebenso sichere Consequenzen für den biographisch.geschichtlichen Verlauf des Propheten, und für die Redaktion des Buches gewinnen. Vor Allem muß Richtigstellung des Textes ermittelt werden, die an der Hand von Parallelen und Mitzuhilfenahme der alten Versionen, (deren Lesarten, befremdlich genug, noch nicht berücksicht wurden) nicht sehr schwierig ist. Im׳ ersten Cap. welches zu den allerleichtesten Stellen in Jerem. gehört, kommen auch einige Corrupteln vor, welche die bisherigen Ausleger nicht einmal geahnt haben. 1,3. vm ויהי בימי ירוויקים עד ist gewiß als Fortsetzung des Eingangs אשר היה דבר ה׳ אליו בימי יאשיהו durchaus ungelenk. Hier muß ergänzt werden ויהי מהו בא.. Gerade in Jeremia kommt dieses Particip mehrere male vor. Zunächst ist besonders die Verschiedenheit in der doppelten Zeitbestimmung auffällig. Gotteswort erging an ihn (zuerst) in Josias Tagen, prophezeit hat er von der Zeit Jojakims bis zuni Untergang Jerusalems. Warum nicht einfach von der Zeit Josia's bis zum Untergang? Offenbar weil Jeremia's prophetische Hauptthätigkeit, die zumeist in Rügen und Strafandrohungen bestand, erst mit Jojakims Regierung begann, weil unter ihm die eingerissene Reaktion gegen Josia's Reintegration des nationalen Cultus, Götzenthum und Unsittlichkeit überhandnahmen. Während

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.