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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 11 · p. Seite 487

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 11
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 487 (sequence 7)
Language
German
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Die Agada der Tannaiten. 487 In einem späten Literaturprodukte lesen wir noch ein sonst nicht nachzuweisendes, aber vielleicht doch aus älterer Quelle entnommenes Gespräch zwischen I. b. Chananja und ״einem heidnischen Könige * *)", welches die Eigentümlichkeiten der übrigen Gespräche zwischen Josua und dem Kaiser darbietet. Die vom heidnischen Herrscher angegriffene Gerechtigkeit Gottes, welche in Deut- 32,3 behauptet wird, aber bei den so zahlreichen schuldlos Leidenden, besonders den mit Leibes» fehlern zur Welt Kommenden, vermißt werde, vertheidigt Josua, indem cr die Theorie aufstellt, daß Leiden ohne Schuld entweder den künftigen Lohn der Guten vergrößern sollen oder aber nur scheinbar unverschuldet sind. Das Letztere beweist I. durch die thatsächliche Erprobung eines Blinden, der bei gebotener Gelegenheit seine schlechte Natur bekundet*). Die Unterredungen zwischen I. und Hadrian werden in einem Theile der Berichte ausdrücklich nach Rom verlegt. Doch dies geschah nur durch die Einwirkung des durch ähnliche Berichte verherrlichten Aufenthaltes Josua's und seiner Genossen in Rom. In Wirklichkeit fand der Verkehr zwischen dem Kaiser und dem hochbelagten Haupte der Juden in Palästina und in Alexandrien Statt, wohin Josua wahrscheinlich dem Kaiser folgte. Eines der behandelten Gespräche zeigt ihn in einer Selbstschilderung als hinfälligen Greis; und in Alexanvrien zeigt ihn uns die Tradition in einem Religionsgespräche, in dem aber die Fragesteller nicht Ungläubige sind, sondern die מעשיות (י in Jellinek, Beth Hammidr. v, 132: וכבר הקשה פסוק זה מלך אחד מאומות העולם לר׳ יהושע בן חנניה. *) Das in Koh. r. zu 9, 4 und Ruth r. c. 3 g. A. stehende Gespräch über die dauernde Macht des längst todten Moses bei den Juden hat, wie H. Oppenheim, Beth Talmud 1,211, gezeigt hat, das Gepräge tendenziöser Erfindung durch einen Karaiten.

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