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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 10 · p. Seite 458

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 10
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 458 (sequence 26)
Language
German
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458 Die Agada der Tannaiten. besiegt. Den Hintergrund dieser Sage bildet die Berührung Josua's mit dein ״Kaiser", das ist Hadrian. Dieser ist es, der an ihn die Frage stellt, welche nach der palästinensischen Quelle der Philosoph an Gamliel richtet. Die Antwort Josua's steht im Widerspruch mit der Meinung der Alten von Athen, von denen der Kaiser gelernt hatte, daß die Schlange nach drei Jahren gebäre'). Da erbietet sich I., seine Ueberlegenheit durch die Herbeischaffung der heidnischen Weisen aus ihrem für Fremde unzugänglichen Wohnsitze zu erweisen. Auf einem ihm' vom Kaiser zu diesem Zwecke erbauten Schiffe erreicht er den: selben und verschafft sich durch List den Eintritt. Die heidnischen Weisen suchen ihn durch allerlei Fragen und Räthsel in die Enge zu treiben, aber vergebens, und der eingegangenen Bedingung gemäß muffen sie seiner Einladung aus sein Schiff Folge leisten. Er läßt nun die Anker lösen und bringt die Alten von Athen vor den Kaiser, dem er mit Waffer aus der oben besprochenen *) Stelle im Ocean die Natur des Meerwaffers experimentiell erklärt. Seine Gegner benehmen sich in Folge eines Blendwerkes frech gegen den Kaiser, und sie müffen zur , Strafe in das Gefäß mit dem absorbirenden Meerwasser fortwährend Waffer schöpfen, was sie so lange vergeblich thun, bis ״ihre Arme aus den Schultern fallen" und sie schmählich unter- Heißt Athen א8מס. NJ1RN בי oder 2' אתינא zeigt eine in Babhl» nien übliche Bildung für Ortsnamen; auch scheint in der Sage das Bewußtsein der Identität von בי אמונא mit der berühmten Stadt der Athener zu fehlen. Nach Dubs in Chalnz II, I60s. wäre בי אמיגא — Athenaeum, das nach Aurelius Victor von Hadrian in Rom gegründet wurde. Gegen diese Auffassung spricht aber deutlich genug die Seereise der Sage. — Auch scheint der Sage der Aufenthalt Hadrians in Athen zu Grunde zu liegen, wo der Kaiser besonders mit den Gelehrten und Philosophen umging. ') S. Levysohn/ Zoologie des Talmuds S. 10 und 237. *) S. 349.

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