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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 10 · p. Seite 448

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 10
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 448 (sequence 16)
Language
German
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448 Die Ägada der Lannaiten. Lebensglück des Einzelnen untergräbt, so nennt er in einer andern Sentenz die gefährlichsten Feinde der allgemeinen Wohlfahrt י); es sind die Frommen, die dadurch, daß sie es zu unrechter Zeit sind, als Thoren erscheinen*), die Frevler, welche schlauer Weise ihre Schlechtigkeit verbergen 8), die Frauen, welche überfromm sich geberden 4) unb errdlich der Schaden am Pharisäerthum, die heuchlerischen Scheinheiligen8). ') M. Sota 3, 4: דוסיד שוטח ורשע ערובס ואשד«׳ פרושה ומכות 3) פרושיבס הרי אלו מבלי עולבשer. מכת). *) Was חסיד שוטח sei, wird im bab. Talmud (Sota 21 d) mit dem Beispiele eines Menschen erläutert, der eine Frau im Strome unterstnken "sieht und sie deshalb nicht retten will, weil es unschicklich sei, ein Weib anzusehen. Der jerusalemische Talmud (Sota 19 a\ der auch andere Beispiele bringt, hat dafür: wer ein Kind im Strome üntergehen sieht und ihm nicht eher zu Hülfe eilt, als er die Phylakterien abgelegt hat. *) lieber רשע ערובס bringt der bab. Talmud drei Ansichten von palästinensischen Amoräern (C h an.ina, Joch an an und Aba hu) und drei von babylonischen (SchescheL, H un a, A b a j i>, der jerus. Talmud kennt bloß die Erklärung H u n a' s: ״wer für sich selbst in erleichterndem, für Andere in erschwerendem Sinne entscheidet". — Vielleicht geißelt Josua mit diesem Ausdrucke die weiter unten erwähnte Art von Vergehungen. *) אשה פרושה. Der bab. Talm. bringt zur Erklärung hiefür eine ׳ Baraitha, in der von bei; בתולה ציילנית (Jer. (jat ציימבית die Fasterin), der Vielbeterin ausgesagt wird, sie gehöre zu den ״ מבלי עולכםden Verderbern der Welt". Der jerusalemische Talmud hingegen exemplificirt den Ausdruck mit einer bibelkundigen Frau, welche sich hinsetzt und über gewisse Stellen der heiligen Schrift, wie Gen. 30,16, leichtfertig spottet. Es ist also jene Leichtfertigkeit gemeint, wegen welcher E l i e z e t das Mterweisen der Töchter in der Lehre verbietet (s. oben S. 293) und von der I..selbst im Anschlüsse daran sagt (M. Sota id.) רוצה אשה מקב ותפלות מתשעה קבין ופרישות. Wie dieses ungünstige Urtheil über die Frauen gemeint sei, zeigt seine Anwendung durch A b a j i, b. Kethub. 62 b. Es beweist, daß I. unter אשה פרושה eine äußerlich asketische Frau versteht, die aber unter dem Scheine der Frömmigkeit Leichtsinn berge. Gei g e r, 02ar nsobwaä II, 100 eitirt eine alte Leseart פרוצה für פרושה. D u k e s, Ben Chan. LV, 229, will unter א׳ פרי eine von ihrem Manne getrennt lebende Frau verstehen. *) מבת פרושיבם. Diesen Ausdruck illustrirt Babli mit der Aufzählung von verschiedenen Classen Scheinheiliger, Äüsrbüchseü des PharisäerLhüms, ‘4'. ' ’.י

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