Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 9 · p. Seite 425

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 9
Article
Kritische und exegetische Analecten zu den Proverbien
Date
1882-01-01
Page
Seite 425 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829556-2829566-2873712--21124-2873749
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kritische und exegetische Analecten zu den Proverbien. ||»י; ־• 425 13,1 niedergelegte Sentenz erscheint geradezu lendenlahm, üt dem ihr des Gedankens Spitze fehlt, wenn man bei כסיל in b nichts weiter als nach der gewöhnlichen Bedeutung des Wortes ״Thor, Narr" liest. Der Dichter in Mischte scheint aber diesen Ausdruck, der zu den häufigsten im Spruchbuche gehört, / hier in einer neuen, etwas ungewöhnlichen Bedeutung, etwa ׳K ״wohlbeleibter Herr" angewendet zu haben, wozu er sich berechtigt fühlen mochte, da auch das Stammwort כסל bekanntlich beide Bedeutungen ״fleischig, fett sein" und ״thöricht sein" auf sich vereinigt. Von da aber ist ja leicht genug der lieber« gang zu der sich weiter damit verbindenden Vorstellung des Reichen, der bei seiner besseren Lebensweise eben leicht wohlbeleibt wird, und wir gewinnen auf diese Weise den Sinn: ״besser ist's arm sein in Einfalt und Redlichkeit, als ein wohlbeleibter Reicher bei falschen Lippen, eine Sentenz die 28, b wiederkehrt, nur daß dort deutlicher im zweiten Gliede עשיר steht. Anderer Art ist Sp. 10,6. ברכוה לראש עריק ופי רשעים יכסה חטם. Bertheau bemerkt zu d. St.: Zu b würde 11 a stimmen, unser a bildet zu b keinen recht scharfen Gegensatz. Man muß Bertheau Recht geben, seine Behauptung muß dahin verstärkt werden, daß, wie immer auch man die beiden Spruchglieder auf einander beziehen mag, sie sich unter keine der sonst in der Spruchdichtung angewendeten Arten des Parallelismus der Glieder bringen lassen. Von dm alten Versionen drückt freilich die AebersetzUNg der Sept. svXoyCa xvqiov hm xe<paXijv SixaCov, cwfia Sh äffsßmv xaXvxpei neviXog awqov einen ziemlich scharfen Gegensatz zwischen a und b aus, aber mit einer sprachlich nicht zu rechtfertigenden Umdeutung von ovn, wie auch zu 13, 2 b; wo חטס, durch ölovvmc äo3qoc wiedergegeben wird. Was der zweite Theil unseres Verses bedeutet, was er allein bedeuten kann, geht evident aus dem folgenden v. 11 hervor; dort erscheint dasselbe Spruchglied, nur in anderer Gegenüberstellung ■PM W

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.