Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 10)
- Language
- German
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Sevue des etudes juives. 28S Werse nach Belieben zwingt und fortstößt. Aber das Feuer auf. heben und vernichten, es in Nichts verwandeln, das vermag selbst er nicht, daran findet auch Gabriel seine Schranke, das höchste aller geschaffenen Feuer im Himmel wie auf Erden. Diese Schranke fällt vor Gott, der allüberall die höchste Stufe einnimmt, der jedes Sein, auch das himmlische Feuer in's Nichts zurückschleudern kann. Somit hätten wir zugleich an dieser Stelle von Ioma 21t) einen Beleg so deutlich als nur wünschenswerth für die Selbstständigkeit und Freiheit gewonnen, mit der die Rabbinen ein geistiges Lehngut sich angeeignet, wie sie das von anderwärts Herübergenommene verarbeitet und ihrer eigenen Weltanschauung in Fleisch und Blut übergeführt. Wir sind daher wol zu der Behauptung berechtigt, daß sie in derselben Weise auch bei der anderen Hanptstelle für das Feuer, Pessachim 54 a, verfahren sind. Während jedoch Ioma I. 6. der parsischen Ideenwelt entnommen ist, führt Pessachim 1. o. in den griechisch-römischen Sagenkreis hinein. An dem letzteren Ort ist die in jüdischem Geist modifizirte Prometheussage zu erkennen, welche das Feuer für das entscheidende Moment des technischen Kunstverstandes erklärt. Nur dadurch erhält der sonst talmudisch unberechtigte Satz ובמוצאי שכה נדון הקב״ה הער. באדם הראשון מעין הגמר. של מעלה ובי ein gutes Verständniß, und erklärt sich auch die Beziehung, in welche die Züchtung von Mauleseln damit gebracht wird. All dies ist ein Reflex von Prometheus, der das Feuer vom Himmel geholt und den Menschen die Zucht der Hausthiere gelehrt. Diese beiden Hauptstellen über das Feuer legen Zeugniß ab von dem universalen und kosmopolitischen Zug, der den Talmud und seine Theorien beherrscht. Frei von nationalem oder religiösem Borurtheil hat er aus den verschiedenartigsten Kulturgebieten geschöpft, hat er' das Gute nirgends, wo er es gefunden, verschmäht, und indem das Gefundene von fremd-