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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 6 · p. Seite 263

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 6
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 263 (sequence 23)
Language
German
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IRI
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Die Agada der Tannaiten. 263 iu welchem er die Roth der Zeit aus ihrer Sündhaftigkeit herleitet') und wahrscheinlich auf den Tyrannen Roms, Domitian, hinzielend, in der launenhaften Tyrannei des Herrschers die Gottgewollte Geißel seines sündigen Volkes erkennt. Der Ausspruch, als Zeitgemälde werthvoll, ist zur Hälfte aramäisch gehalten und lautet: Seit die Lügenrichter überhand genommen, nahmen auch die Lügenzeugen * *) überhand; seit die Delatoren sich mehren, mehren sich die Raubsüchtigen; seit die Schamlosigkeit zunahm, ist von den Menschen ihre Würde genommen; seit der Geringe zum Großen sagt: ich bin größer als du, werden die Jahre der Menschen verringert; seit die geliebten Kinder ihren Vater im Himmel erzürnt haben, ließ er ihnen einen ruchlosen König erstehen, um sie zu züchtigen, wie es heißt (Hiob 34, 30): Er macht zum Könige einen ruchlosen Menschen, ob der, Fallen (Sünden) des Volkes *). Dieser König aber ist Ahasveros, welcher zuerst seine Frau (Vaschti) tödten ließ, um seines Freundes (Haman) ־*) willen, und dann diesen seinen ') S. oben S. 258. *) Von falschen Zeugen, die Gamliel in unliebsamen Zwist mit seinen Collegen brachten, erzählt die Mischna R. Hasch. 2, 8. ף Gamliel liest für ממלך א׳ ח׳ : ממלף אדם חנף und erklärt den Vers überhaupt so wie das T arg um: BO ממני מלכא כר חנף .דילטור׳ מטול חקליא די בעמא wird im Hiobtargum consequenr mit Delator, als dem Ausbund der Ruchlosigkeit wiedergegeben; siehe meinen Aufsatz über dieses Targum, Monatsschrift 1871, 216. Gamüel II las das Hiobtargum, als er in Liberia (Derenbourg 241 emendirt jedoch ליכנח), weilte (Tos. Sabb, 13 (14)2, b. Sabb. 115 a, Mas. Sofrim 5, 15; 15, 2), und er fand möglicherweise die Erklärung Zu 34, 30 schon in dieser alten Uebersetzung (s. oben S. 120) vor; doch ist wahrscheinlicher, daß sie erst aus dem Satze Gamliels in unser gegenwärtiges Targum überging. 4) Memuchan, Esther 1,16 ist nämlich ----- Haman, nach der Baraitha Meg. 121).

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