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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 5 · p. Seite 234

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 5
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 234 (sequence 27)
Language
German
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234 Die Agada her Tannaitem Aussprüche werden von ihm überliefert. Als er mit seinen Collegen Jochanan b. Za!fai über das Hinscheiden eines Sohnes zu trösten kam, hielt er ihm das Beispiel Aharons vor, der zwei Söhne an einem Tage verloren und dennoch schwieg (Lev. 10, 3) und der Tröstung zugänglich war '). Ein anderes Mal sehen wir ihn beim Patriarchen Gamliel. Als eine Proselytin a) an diesen die Frage richtete, wie der Widerspruch zwischen Deut. 10, 17 (er erhebt kein Antlitz, nimmt keine Rücksicht) und den Worten des Priestersegens (Num. 6, 26), daß Gott Israel ״das Antlitz erhebe" d. i. zuwende, zu lösen sei, erbot sich Jösß Hakköhen zur Antwort und sprach: Ich will dir ein Gleichniß sagen. Es schuldet Jemand eine Geldsumme und hat sich in Gegenwart des Königs durch einen Eid beim Leben des Königs verpflichtet, dieselbe zu einer bestimmten Frist zu zahlen. Als nun die Frist da war und er nicht bezahlen konnte, ging er zum Könige, um seine Verzeihung zu erlangen. Was sagte der König? Meine Beleidigung sei dir vergeben, aber gehe hin und beschwichtige deinen Nächsten, dem du schuldig bist! So ist von jenen Bibelspri'ichen der eine, nach ivelchem Gott Rücksicht nimmt, auf die Sünden des Menschen gegen Gott, der andere das Gegentheil aussagende, auf die Sünden gegen den Nebenmenschen zu beziehen •). *) Aboth di R. Nathan 6. 14. *) בלוריא הגיורת־ (Valeria?) im Talmud, in der jüngern Duelle bio^ מטרוגיחא. *) Rosch Haschana 17 b, kürzer in der ״neuen Pesikta" bei Jellinek, Beth Hammidrasch VI, 61. Das Gleichniß J0s6 Hakkohen's erin« nett an das von seinem Lehrer I. b. Zakkai auf dem Todtenlager angewendete (Berach. 28 b, Ab. di R. N. 6. 25), in dem das Hintreten vor Gottes Angesicht mit dem Erscheinen vor einem menschlichen Könige »ergib chen wird. Vgl. besonders bei Jose בא לפייס המלך, bei Jochanan לפייסו ברברים. Der Widerspruch zwischen Deut. 10,17 und Num. 6, 26 hat die Annahme zur Voraussetzung, daß die Ausdrücke נשא פגים und ג׳ פניו gleichbedeutend sind (s. Toßafoth zu R. H. 17 b und Nidda 7Öb), eine Annahme, die in der Agada jener Zeit und auch später sich als die

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