Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Agada der Lannaiten. 22S Alter erreichte 4). Er antwortete: Ich habe niemals Geschenke M angenommen, verharrte nicht starrsinnig auf vorgefaßter Meinung? H und war freigebig mit meinem Vermögen. ן ג H. Ben Patmi. f Die Casuistik, welche in der Halacha einen so breiten Spiel- ״ raum hat und über die vom Leben selbst gebotenen Fälle hin- H -ausgehend die Consequenzen der religiösen Satzung durch alle Möglichkeiten verfolgt und die sich darbietenden Schwierigkeiten ׳ K zu lösen sucht, diese Casuistik, welche zwar erst später sich vollständig entwickelte, aber mit ihren Anfängen schon in die älteste 1; Zeit der Tannaiten hineinragt, wurde schon frühzeitig auch auf , ג Akiba's an Nechunja b. Hakkana, der nicht sein Lehrer war, gerichtet sein zu lassen, wie Frankel, 99 und W e i ß, II 42 annehmen. *) Megilla 28 a: שאל ר׳ עקיבא את ר׳נחוניא הגדול במה הארכת ימים. Man erklärt dies allgemein so, daß unter ״Nechunja d. Große" N. b. Hakkana zu verstehen sei. Nun aber wird dieser sonst stets mit jeinern Vaternamen angeführt, ja unmittelbar vor dieser Frage wird dieselbe Frage den Schülern des Nechunja b. Hakkana nacherzählt, so daß also derselbe Mann so zu sagen in einem Athem mit zwei verschiedenen Be- Nennungen erwähnt wäre; auch die Antworten des Einen an die Schüler, des Andern an Akiba sind verschieden. Alle Schwierigkeiten schwinden, wenn wir für נחוניא lesen : נחמיה (aus מ kann leicht 1נ werden, besonders unter dem Einflüße des vorgenannten נדווניא) und annehmen, Nachum oder Nechemja aus Gim2ö sei zum Unterschiede von Nechemja, dem Schüler Akiba's, ״ הגדולder Aeltere" genannt worden. Damit stimmt dann sehr gut, daß im Babli, wie im Sifra, Akiba den Nechemja nach dem Sinne von אהד, freilich eines anderen (Num. 28,4) fragt; und auf Grund dieser Correetur kann man auch die für die Umgebung eines einfachen Rabbi auffallenden Eunuchen גוחאי (bei Levy I, 309 b ״Hofbediente") wegcorrigiren. Man lese statt dieses Wortes גמזונאי ,גמזאי und man versteht auch die den Akiba wegen seiner Frage bedrohende Miß- Handlung. Die Leute von Gim2o hatten die Frage nach dem hohen Alter ihres berühmten Landsmannes als mißgünstig gemeint, verstanden und züchtigten den Fragesteller dafür. Später wurde aus dem unverständlich gewordenen Patronymikum das geläufigere W1U. Graetz-FranSl, Monatsschrift XXXI, 15 , •5