Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Deborah-Lied
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829556-2829562-2873495--20913-2873515- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Deborah-Lied. 208 kostbaren Beute mitbringen «erde. Der letzte Passus ist daher gesondert von den früheren und steht statt שלל צבע רקמתים לתוארי. — V. 31 ואהביו ist incongruent; daher mit Pesch. ורחמיך zu lesen ואהביך. II. Die hi st arischen Thatsachen. 1) Die Stammesverfaffung und die lockere Verbindung der Stämme unter einander sind erkennbar genug aus diesem Gedichte. Sämmtliche Stämme werden genannt, mit Ausnahme von Juda, seinem Vasallenstamme Simon und dem Priesterstamme Levi; sie werden weder lobend noch tadelnd erwähnt. Das ergiebt die Thatsache, daß die beiden südlichsten Stämme, Juda—Simon, von den übrigen vollständig isolirt waren und eine eigene historische Existenz geführt haben, getrennt durch die Philisther und die Enclave der Jebusiter, welche die Höhen inne hatten und von da aus die Gegend um Jebus beherrschten. Daher konnten sie sich an gemeinsamen Unternehmungen der Stämme nicht betheiligen. Der Stamm Levi wird nicht genannt, weil er wohl zerstreut unter den übrigen Stämmen lebte und unkriegerisch war. 2) Auffallend ist, daß der Richter Ehud nicht genannt wird, welcher doch nach der Erzählung in Richter mehr geleistet hat als Schamgar und Othniel, welche das Gedicht aufführt. Sollte Ehud später als B arak aufgetreten sein? Ohnehin ist es auffallend, daß dieses Lied Schamgar vor Othniel nennt, umgekehrt als im Richterbuche, was doch wohl nicht eine licentia poetica ist. 3) Bemerkenswerth ist, daß trotz der lockeren Verbindung der Stämme unter einander, diese doch bei einer großen Gefahr sich zur Abwehr vereinigt haben. Die Südstämme Ephraim und Benjamin eilten den Nordstämmen zu Hilfe, und das Lied tadelt diejenigen Stämme, welche sich theilnahmlos dabei verhalten