Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Deborah-Lied
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 14)
- Language
- German
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266 Z)as Debomh-Lied. haben. Sämmtliche Stämme fühlen sich schon in dieser ersten Zeit der Nichterperiode als Glieder einer Einheit, eines zusammengehörigen Volkes, auch die jenseitigen Stämme. Diese ideale Einheit wurzelte in der Anschauung, daß sie sämmtlich dem eigenen Gotte angehören, daß sie zusammen das Volk Jhvh's (עם הי) bildeten. 4) Das Lied bestätigt die Erzählung des Richterbuches, daß das Götzenthum erst in der Richterzeit eingedrungen sei und daß Mo vorher der Kultus des eigenen Gottes mindestens vorherrschend gewesen muß, da als Grund der Verkümmerung die Hin- Neigung zu neuen Göttern angeführt wird. Das Gerede von der allmäligen Entwickelung des Jhwistischen Einheitsbegriffes Aus der allmäligen Reduktion der Elohim zum Monismus fällt damit als unhaltbar zusammen. Die israelitische Gesammtheit wird in diesem Liede wiederholentlich als עם ה׳ bezeichnet, d. h. von dem über alle Götterwesen hocherhabenen Gott Israels geleitet und Ihm zugehörig. Nicht zu übersehen ist, daß dieses so alte Lied auf die Sina'ttische Offenbarung, als auf ein Factum hinweist, in welchem sich ganz besonders die Allmacht des Gottes Israels über die Natur gezeigt habe. Die Theophanie am Sina'i hat aber nur ihre Bedeutung in der Manifestation von der Einzigkeit Gottes, welche die Spitze und die Quintessenz des Dekalogs bildet. 5) Aus der Schilderung der zu erwartenden reichen Beute zum Schluß folgt als Thatsache, daß ein gewisser Wohlstand, selbst eine Art Luxus im Volke vorhanden gewesen sein muß. Die Vornehmen müssen sich bereits Purpurkleider (צבעים) bedient haben. Diese Purpurkleider waren bereits durch Stickereien und zwar auf beiden Seiten reich ausgestattet (רקמה und רקמהים). Wahrscheinlich waren bei den Nordstämmen, welche in der Nach- Barschaft Phöniciens ihren Wohnsitz hatten, dergleichen Luxusgewänder heimisch geworden. ' m