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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 4 · p. Seite 162

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 4
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 162 (sequence 18)
Language
German
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162 Die Agadä der Lannaiten. rothe Kuh nebst anderen Geboten frühzeitig Gegenstand Heidnischer Angriffe war. Eine tannaitische Tradition lehrt’), daß in Lev. 18,3 unter den zu übenden Rechtsvorschriften die Vernunftgesetze zu verstehen seien, die auch, wenn sie nicht geschrieben wären, als geschrieben gelten müßten, wie die Verbote von Raub, Blutschande, Götzendienst, Gotteslästerung"), Blutvergießen, unter den zu beobachtenden Satzungen hingegen diejenigen Gebote, gegen welche der böse Trieb sowol, als die Heiden Einwände erhebens), wie das Verbot des Schweinestoisches, des aus Wolle und Lein gemischte»! Gewebes, das Schuhausziehen bei verweigerter Schwagerehe, die Reinigung des Aussätzigen, der in die Wüste geschickte Bock und endlich die rothe Kuh * * * 4): dies sind Satzungen Gottes, nach deren Gründen man nicht zu forschen habe. — Es ist klar, daß der Heide für eine solche Antwort auf seinen Einwand nicht Verständniß haben konnte, darum mußte ihm Jochanan einen ratioualistischen Grund für das Gesetz von der rothen Kuh angeben, ebenso wie ihm die exegetische Wegdeutung der Schwierigkeit in Exod. 21,29 nicht eingeleuchtet haben würde und ihm deß- ') SifrL z. St. (86 a), b. Joma 67 b, daraus Jalkut z. St. *) Für קללת השם des SifrL hat der Talmud euphemistisch ברבת השם. Vgl. S. 1S2 A. 3. *)שיצר הרע משיב עליהן ואומות העולם «שיבין עליהן. So SifrL, die Barajtha setzt für den bösen Trieb den Satan (nach dem bekannten Ausspruche des Simon b. Lakisch, Baba bathra 16a): שהשטן ואו״ה משיבין עליהן, Wie die richtige Leseart lautet (s. Dikd. Sofrim), während in den Ausgaben!ואומות העולב ausgefallen ist. Jalkut ist gleich SifrL, nur daß er überflüssigerweise vor dem bösen Trieb auch den Satan nennt. 4) Die rothe Kuh wird bloß in Jalkut erwähnt; doch bestätigt die Hiehergehvrigkeit derselben auch der Satz des Amora Levi, welcher auf unserer Baraitha beruht und in welchem vier als הקה bezeichnete Satzungen hervorgehoben werden, die den Angriffen des bösen Triebes ausgesetzt sind, Pesikta 38 b. Es sind das Verbot des gemischten Gewebes, der Bock des Ararel, die rothe Kuh und die Schwagerehe.

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