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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 4 · p. Seite 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 4
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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Die Agada der Tannaiten. 14s erwähnten Disciplinen noch andere genannt, mit denen die Späteren die Kreise des menschlichen Wissens zu umschreiben glaubten 1). Und wirklich sprechen auch andere Momente dafür, daß die Bedeutung Jochanans auch in der Vielseitigkeit seines Wissens, mit der er die Zeitgenossen überragte, zu suchen ist, daß also die angeführten Traditionen über ihn auf Thatsächlichkeit beruhen. Vor allem sein W a h l s p r u ch : ״Wenn du viel Thora gelernt hast, thus dir nichts zu Gute darauf, denn dazu bist du geschaffen* *)!" Ein langes Leben, wie es das Jochanans wars), das im Studium seine eigentliche Bestimmung findet, mußte zu einer ungemeinen Fülle der Erkenntniß führen. Aus einer Grundanschauung, wie sie jener Wahlspruch ausdrückt, und wie sie von da an gewiffermaßen ein Axiom des jüdischen Volkes in seinem Verhältnisse zum religiösen Studium geblieben ist, aus einer solchen Grundanschauung mußte auch der beispiellose Fleiß im Lernen und Lehren hervorgehen, welcher in einer andern Tradition dem I. b. 2. nachgesagt wird 4). Es entspricht denn auch ganz dieser Grundanschauung, wenn erzählt wird, daß Jochanan einer priesterlichen Familie in Jerusalem rieth, sich mit dem Studium der Lehre zu (b. Llakkai) genannt wird. Wenn wir in Betracht ziehen, daß sowie von diesem auch von seinem Schüler E l i e z e r gesagt wird, daß ste in ihren Aussprüchen die ihrer Lehrer wiederholten (Sulla 27 d, 28 a), so darf uns nicht Wunder nehmen, daß auch unser Ausspruch bald dem Einen, bald dem Andern zugeschrieben wurde. ') Sukka 28 a, Baba bathra 139 a, Aboth di R. Nathan o. 14. *) Aboth 2, 8. Gegen die einseitige Werthschätzung des bloßen Studiums spricht sich Jochanan in seinen Sentenzen über den Gelehrten und Sündenscheuen aus (חכם, ירא חטא) : bloß wer beides zugleich ist, gleicht einem Künstler, der sein Kunstgeräth in Händen hat (אומן וכלי אומנותו בידו), Aboth die R. N> <!. 22. *) S. SifrS zu Deuteron. Ende. «) Sukka 23 a. . . . ולא הלך ד' אמות בלא חורה . . . ולא קידמו אדם בבית המדרש . . . ולא .הניח אדם בבית המדרש ויצא ולא מצאו אדם יושב ודומם אלא יושב ושונה . .-.

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