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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 3 · p. Seite 131

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1882-01-01
Page
Seite 131 (sequence 4)
Language
German
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Recensionen. 131 ״Eigenthümlich wie die Geschichte des jüdischen Volkes, und wie auch das jüdisch.deutsche Idiom etwas ganz Eigenthümliches ist, ist auch diese Literatur eine eigenthümliche Erscheinung, zu der sich schwerlich irgendwo eine Analogie finden läßt. Das jüdisch-deutsche Idiom wird zuweilen ״Weiberdeutsch" genannt (nicht ״Altweiberdeutsch", wie es in dem Aufsatze von Lotze S. 90 heißt), wie auch die jüdisch-deutsche Schrift unter dieser Be. nennung vorkommt. Auch die Schriften, die in diesem Weiberdeutsch geschrieben sind, bilden eine Frauenliteratur, insofern als sie alle für Frauen bestimmt sind, da man bei jedem Manne voraussetzt, daß er wenigstens Raschi oder sonst ein leichteres Buch in der Ursprache lesen könne.. . Jugendschriften, Bücher in Bsum Delphini, kennt die jüdisch-deutsche Literatur nicht, derartige Bücher in hebräischer oder in hochdeutscher Sprache mit jüdisch-deutscher Schrift — erschienen erst seit der Mendelssohnsch en Zeit; die Jugend sollte lernen, aber nicht lesen, und nur die ältere weibliche Jugend macht darin eine Ausnahme, daß in den Vorreden zu den jüdisch-deutschen Schriften neben den Frauen auch die Pulzels oder Weidlich genannt werden; als diejenigen, für welche das Buch bestimmt ist, ״bescheidlich" und ״meidlich" ist so ein mehrfach vorkommender Reim. Diese Schriften haben jedenfalls einen entschiedenern Charakter und einen bestimmteren Zweck, als z. B. die modernen Bücher deutscher Literatur mit den Titeln: Aesthetik für Frauen» Geschichte für höhere Töchterschulen, Mythologie für das weibliche Geschlecht, Botanik für Mäd» chen. Bei diesen und ähnlichen Büchern sieht man nicht recht ein, was die Trennung der Geschlechter bedeuten soll. Die jüdisch-deutschen Bücher haben das miteinander gemein, daß sie sich innerhalb eines streng abgegrenzten Gebietes bewegen: allen gemeinschaftlich ist aber auch die Demuth, Bescheidenheit, die milde Resignation, das Gemüthliche, die fromme Innigkeit und Innerlichkeit. Diese jüdisch»deutsche Literatur gemahnt an die s*

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