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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 3 · p. Seite 108

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 3
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 Die Agada der Tannaiten. verschiedenen, aber ähnlichen Namen von ihm selbst, bald von Hillel hergeleitet wurden. Was aber der Sinn und Ursprung jener sonderbaren Namen sei, das läßt sich vielleicht noch mit Hilfe einer andern Hillel'schen Bekehrungsgeschichte ergründen. Nach dieser hätte er einen Neophyteu dadurch von der Wahrheit der mündlichen Lehre überzeugt, daß er ihm bei der Unterweisung im hebräischen Alphabet handgreiflich bewies, daß selbst die Kenntniß der Buchstaben ohne den Glauben an die mündlich überlieferte Bedeutung derselben unmöglich wäre'). Wie wäre es nun, wenn dieser dermaßen überführte Proselyte den Namen Bar HZ HZ erhielt, was soviel besagte als ״derjenige, der das HZ ein HZ nennt", oder auch den Namen Bag Bag, der noch genauer der angeführten Anekdote entspricht, indem er anzeigt, daß der betreffende Proselyt dadurch überzeugt wurde, daß die Reihenfolge der Buchstaben wie ihre Aussprache aus der Ueberlieferung gelernt wird, daß Beth-Gimmel immer Beth- Gimmel sei. Wie im Alphabet wird Hillel den Bekehrten auch in der heiligen Schrift unterwiesen haben, wobei er die erwähnten Fragen an ihn richtet. Der Bericht des babylonischen Talmud, wenn auch durch keine Parallelstelle unterstützt*) und auch nicht als Barajtha bezeichnet, kann demnach als glaub, würdig betrachtet werden. Als apokryph muß man eine ganz vereinzelt dastehende agadische Bemerkung zu I Sam. 28,19 ansehen, welche ein ’) 6af>£>. 3L a; Math di R. Nathan «.15. In Koh. r. zu 7.8 ist diese Erzählung von Schammai und Hillel auf die babylonischen Amoräer Rab und Samuel übertragen, und der zu Bekehrende ist ein Perser. ')Die Daten des babylonischen Talmuds über Hillel sind überhaupt viel zahlreicher als die der palästinensischen Quellen. Es ist kein Wunder,. daß die Babylonier besonders bemüht waren, die Traditionen über ihren großen Landsmann zu bewahren.

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