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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 3 · p. Seite 106

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 3
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 106 (sequence 10)
Language
German
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106 Die Agada der Tannaiten. Anwendung von Bibelsätzen ohne Beziehung auf einen Sittenspruch finden wir ebenfalls von Hillel überliefert. Das Psalmwort ״Gelobt sei Gott, jeglichen Tag lädt er uns auf;" (W 68, 20) recitirte er, um zu begründen, warum er nicht gleich Sch ammai schon vom ersten Tage der Woche an für den Sabbath sorgte 1). Wenn er des Weges kommend Geschrei in der Stadt vernahm, drückte er mit den Worten von tp 112, 7 seine Zuversicht aus, daß jenes nicht von seinem Hause herrühre * *). Eines der wichtigsten Elemente der Agada, das Gleichniß oder Maschal, ist auch bei Hillel anzutreffen, in zwei Gesprächen mit seinen Schülern, welche der spätere Midrasch zu Leviticus aufbewahrt hat 8). In dem einen sagte er: Wie die Königsbilder im Theater und Circus von dem, dessen Obhut sie übergeben sind, reingehalten und abgespült werden müssen, so ist auch das Baden des Körpers eine Wicht für den Menschen, der im Bilde des allmächtigen Königs geschaffen wurde. — Wie hier die Wege des Körpers, begründet er im andern Gleichniß die Pflege der Seele, die nur ein Gast auf Erden sei, dem Aufmerksamkeit zugewendet werden müffe; ״heute weilt sie noch im Körper, morgen ist sie nicht mehr hier" 4). Im babylonischen Talmud b) werden zwei exegetische Ge- ') Beza 16 a. ׳> I. Berach. 14 הלל הזקן אומר משמועה רעה לא יירא : <ז. Nach der Bar. b. Berach. 60 a hätte H. selbst bloß gesagt: מובטח אני שאין זה בתוך ביתי, und auf ihn, wird hinzugefügt, wäre der erwähnte Psalmvers anzuwenden. *j Lev. r. c, 34, wonach Ialkut zu Prov. 1l, 17. S. W e i ß 1,160 f., R e i f m a n n im Hammaggid X, 866. /) Hs ist bemerkenswert), daß die Ueberlieferung das erste Gespräch hebräisch, das anders aramäisch erhalten hat; in beiden sind griechische Wörter gebraucht. Beide werden damit eingeleitet, daß Prov. 11,17 auf Hillel zu beziehen sei. So wie hierdurch dieser als איש המר gerühmt wird, so klagte man bei seinem Tode הי עניו הי המיר, Tos. Süta o. IS. *) Chagiga 9b; s. Berliners Magazin 1881, p. 117f.

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