Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Agada der Tannaiten
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
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102 Die Agada der Tannaiten. wie sie Hillel in einem bestimmten Falle öffentlich zur Geltung brachte *), tritt in dem Bericht hierüber als neu auf und war so wenig anerkannt, daß er die Gegner von der Wahrheit seiner Ansicht erst dann überzeugt, als er dieselbe nach der exegetischen Begründung auch als von den Lehrern Schemaja und Abtalion überkommen hinstellt *). Den Sieg, den Hillel über die Bene Bathyra davontrug, war zugleich ein Sieg seiner Methode, und obwohl er höchstens drei seiner sieben Regeln damals zur Anwendung brachte, wird dies hinsichtlich aller behauptet *); man batirt eben gewissermaßen die Proclamation seiner Methode von dem Tage, an welchem dieselbe zur Herrschaft gelangt war. sagt: ואתה דורש ומסכינם לשמועה, Sifra zu Lev. 1,5; Lebachim 13a). Nur die in der vorigen Anmerkung erwähnte Auslegung wird auch anderwärts im Namen Hillels tradirt; sie betrifft Lev. 13,17. Die zweite, in welcher der Widerspruch zwischen Exodus 12,5 und Deut. 16,2 gelöst wird, wird durch R a b, wenn auch mit anderer Wendung, dem Zeitgenossen Hillels, Jehuda b. Dorotheas zugeschrieben, b. Pesachim 70 d , im Sifrs zu Deuteron. Z 129 lesen wir sie anonym, und in Mechiltha zu 12,5 bildet sie die Grundlage der Controverse zwischen Josia und Jonathan, den Schülern Jmaels, jedoch ohne daß sie besonders mitgetheilt würde. Die dritte Auslegung, eine Ausgleichung zwischen Exod. 12,15 und Deut. 16, 8 wird in der Mechiltha z. St. anonym als ״andere Ansicht" דבר אהר gebracht, in Sifrä z. St. (§ 134dem R. S imon zugeschrieben, wofür in der Barajtha des bab. Talmuds iMenachoth 66 a) S im on b. ELea2ar. י) S. S. 101 Anm. 3. י) I. Pesach. l. l.אעפ״י שהיה יושב ודורש להן כל היום לא קיבלו ממנו עד שאמר להן יבוא עלי כך שמעתי משמעיה ואבמליון. In Tvsefta Pesachim e. 4 kürzer: ועוד מקובלני מרבותיי. Der sonst vollständigere Bericht des jerus. Talmuds erzeugt den Schein, als ob die Bene Bathyra die Beweiskraft der Deduktionsregeln Hillels zwar anerkannt (vgl. 21. Kro chmal, Chaluz II, 93), aber ihre Anwendbarkeit auf den vorliegenden Fall bestritten hätten. Doch zeigt die Vergleichung mit den Versionen in der Tosefta und in der babylonischen Barajtha (Pesach. 66 a), daß die Einwände der Gegner nicht einen ursprünglichen Bestandtheil des Berichtes gebildet hatten. ») S. Weiß I,16S.