Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 2)
- Language
- German
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Recension. 93 Als einen Mann von umfassendem Wissen sehen wir ihn auch hier wie in allen seinen zur Genüge bekannten Schriften sowohl das Leben und das Schriftthum Nasch?s selbst kritisch behandeln und beleuchten, als auch in kurzen, aber scharf ausgeprägten Zügen das Wesen und den Charakter mancher Zeitgenossen Rasches zeichnen, deren scrupulöses Verfahren bei Entscheidungen ritueller Zweifel auch bei den Rabbinen späterer Generationen zur Norm für Lösung von Fragen geworden ist. So z. B. sind wir durch die Bemerkung des Verfassers (Beth--Talmud Jahrg. 1881 Toldoth-R. Salomo S. 37 Z. 18. v. 0.) הטרה מהלכה על פני כל הדוחה באשכנז, לחוש לרעת איזה גחל מן הגדולים אף אם הדיעה היהה מוטעה wie ebdas. Z. 25 v. o. אבל העגין הוא כן מקור המנהג לאסור ומקור החששה והגורה והחומרא היה בעצם וראשונה עיקר מאחר הגדולים מחשבו שכן שורה הרין אם מפני שטעה p הרין שנגזר בראיהו . . . או שטורך לבו בהוראה לא נהנו לראוה הנכון im Stands, auf den Grund der starren Rigorosität der Rabbinen Frankreichs und Deutschlands zu kommen bezüglich einmal eingeführter Gebräuche. Uebertriebene Pietät oder Energielosigkeit war das Motiv ihres zähen Ausharrens und Festhaltens an alten Sitten und Gebräuchen, für die mitunter kaum ein Grund im Talmud sich Nachweisen läßt. Höchst beachtenswerth ist, wie der gelehrte Vers, die Charaktere der Lehrer Rasches zeichnet (Siehe S. 38 und S. 40). Der Verfasser bot uns dadurch die Gelegenheit, hier den festen Charakter Raschi's kennen zu lernen, der trotz seiner sonstigen Bescheidenheit von seiner Überzeugung nicht um Haaresbreite weichen wollte und selbst seinem Lehrer gegenüber das ihm richtig Scheinende mit aufrichtiger Wahrheitsliebe vertheidigte. Bei der Behandlung ferner der Erklärungsmethode Rasches im Talmud (S. 129), der nebst Klarheit und Genauigkeit der Sprache auch die Richtigstellung der Lesarten mik großer Sorgfalt zu erzielen suchte, zieht der Verfasser mit feinem Takte eine Parallele in der Behandlung des Talmuds zwischen ihm und seinem Enkel R. Jacob Tam, durch welche wieder einmal die Größe Raschids dem Leser entgegeutritt. Als Feind des pilpulistischen Verfahrens streicht und corrigirt Raschi ohne Barmherzigkeit jede falsche Lesart, die durchaus