Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Todesjahr des Rabbi Isak bar Scheschet
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 4)
- Language
- German
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Das Todesjahr des Rabbi Jsak bar Scheschel. 89 (s.!«מלא ed. Neubauer p. 12). Zu V. 2 bemerke ich, daß er an Gabirols Vers: חשך וצלמות מאורים (נ)יגאלו erinnert (שירי שלמה ed. Dukes p. 31 n. 6) und das ungewöhnliche M (Gen. 49, 11) aus metrischen Gründen wählt. V. 3 hat in den ähnlichen Versen Mose b. Esra's auf Mf8.fi sein Vorbild. Vgl. auch den Schlußvers in der Todtenklage Mar Jekuthiels auf Jbn Migasch (s. Graetz, Fränkische Monatssch. 7, 458, 466). V. 5 bedarf wohl, wenn man nach Dan. 3,33 NW liest, keiner Berichtigung. Sollte man die Häufung von הד anstößig finden, so dürste in V. 4 an להר zu denken sein. V. 6 dürste wohl יצחק zu lesen sein, da erst der Schlußvers des Wortspiels wegen die Namensform ישחק wählt. V. 8 erinnert an die alte talmudische Vorstellung, der auch Jbn Gabirol in der Königskrone V. 396 ff. (s. Sachs, religiöse Poesie p. 236) Ausdruck geliehen hat. V. 9 und 10 scheinen aller Herstellungsversuche zu spotten. Durch das Metrum halte ich wenigstens den Schlußvers für gesichert. בכתר mu{3 heruntergezogen werden, wodurch wir folgenden Vers gewinnen: בכתר הר יושב בשמים ישחק .ישחק ist nach Ps. 2,4 gewählt nnd enthält eine Anspielung auf den Namen Jsaks. Nach der bekannten Talmudstelle (Berach. f. 17 a) sitzen die Frommen mit Kronen auf ihren Häuptern im Jenseits und genießen des Abglanzes der göttlichen Majestät; so sitzt, sagt der Schlußvers, Bar Scheschet im Himmel, die Krone der Herrlichkeit auf dem Haupte. Die Formel זיע״א in Ueber- und Nachschrift ist ---- ומתו יגן עלינו אמן s. Zunz, zur Geschichte p. 340 e. Wer ist der Dichter, deffen Name uns auf dem Grabmal in seiner jetzigen Gestalt entgegentritt? An Joseph Jbn Caspi's Sohn werden wir nicht denken dürfen. Abgesehen von den Schwankungen in der Schreibung dieses Abbamare (s. Steinschneider, Ersch und Gruber 11,31; p. 60 N. 18) müßten wir zu viel willkürlich vermuthen, um ihm die Autorschaft zuzuschreiben. So müßte er etwa 1391 mit nach Algier aus Spanien geflohen sein und ein ungewöhnlich hohes Alter erreicht haben. Mit mehr Grund werden wir unseren Dichter mit dem Abbamare