Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Todesjahr des Rabbi Isak bar Scheschet
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 2)
- Language
- German
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Das Todesjahr des Rabbi Jsak Bar Scheschet. 87 schweigt? Sollten wir wirklich ein Datum, das unsere Literatur nicht erhalten hat und das darum bei unseren Historikern nicht zu finden ist, aus dem Berliner Bilderverzeichniß erfahren? Allerdings, so belehrte wich der Künstler selbst, findet das literarisch bisher nicht ermittelte Todesjahr sich auf dem Grabdenkmale selbst. Dasselbe trägt zwei Inschriften in hebräischer und französischer Sprache, von denen mir Prof. G e n tz nur die französische mittheilen konnte. Sie lautet: Ce monument a ete restaure par la communaute israelite d’Alger en rhonneur du rabbin Isac bar Chichat ne en Espagne, decede ä Alger en 1408 dans sa 82 annee. Alger le 11. Aout 1862. Die Echtheit und Zuverlässigkeit dieses Datums sichert jedoch erst die hebräische Inschrift, zu deren Kenntniß ich durch eine freundschaftliche Mittheilung M. A d e l m a n n 's gelangt bin. Wie sehr auch der Sinn und die Schönheit des alten Epitaphs bei der Restauration gelitten hat, wir danken ihr doch die Erhaltung des historisch und literaturgeschichtlich Wesentlichsten, die Kunde des Todesjahrs und selbst den Namen des Dichters, dessen Verse das Grab geschmückt haben. Die Inschrift selber ist jedoch arg beschädigt, sei es nun, daß die Unleserlichkeit der Buchstaben auf dem verfallenen Grabmal oder die ohne Controlle arbeitende Unwissenheit des Steinmetzen die Schuld daran trage. Nur bei offenbaren Fehlern habe ich die richtige Leseart in den Text ausgenommen und die fehlerhaste in einer Anmerkung angegeben; Zweifelhaftes oder Unverständliches mochte ich nicht leichtfertig ändern. Es ist offenbar nur der poetische Theil des Epitaphs auf das neue Monument gesetzt und der durch Tradition bekannte Name des Verfassers hinzugefügt worden. Die bei den alten Grabschriften gewöhnlich wichtigsten, weil aufschlußgebenden Worte der Ueberschrift sind weggeblieben, weil sie vielleicht auf dem Steine nicht mehr zu entziffern waren. Von der metrischen Form des Gedichtes hatten die Restauratoren keine Ahnung, eine Unwissenheit, von der die Schluß-