Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Peripherie im Buche Esther
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 15)
- Language
- German
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Ueber die Peripetie im Buche Esther. 68 was geschehen" (Cap. 4, 1), alles, was gegen seine Brüder beschlossen wurde und zwar nicht durch die Hülfe der Königin etwa, denn sie wird ja durch seine Benachrichtigung überrascht. Er kennt alle Einzelnheiten dieses Complols (das. 7 ff.), er weiß der Königin selbst von dem unsauberu Handelsgeschäft zu berichten, das sich doch sicherlich nur im Geheimcabinet Sr. Majestät abgewickelt hat. - Nur wenn wir ihn uns in der Eigenschüft als Diener des Königs, in einer uid)t unbedeutenden Stellung denken, können wir auch begreifen, warum Haina» mit ihm, von dem er offen verletzt wird, so viel Umstände inacht und nur versteckt und auf Umwegen ihm erst beiznkommen sucht. Warum vertreibt er ihn wenigstens nicht vom Thore des Königs, wo ec ihm jedesmal so viel Aergerniß bereitet? Erst da, wo ihm das Verhalten Mordechais zu arg wird, wo er, vom Feste der Königin kommend, sich durch die neue Gunst, deren er sich so rühmt, besonders stark fühlt, beruft er Frau und Freunde, klagt ihnen, wie all sein Ruhm uub Glück durch diesen Juden Mordechai verleidet wird. Auf ihren Rath wagt er sich nun an ihn heran, beschließt er feine Hinrichtung, für die er besonders die königliche Erlaubniß nachsuchen will. Hätte Mordechai nichts Besonderes aufzuweisen, stände er nicht unter königlichem Schutze, wozu die besondere königliche Erlaubniß und wozu diese besondere Hinrichtung? Mußte nicht Mordechai als Jude, als den ihn Haman ja nun kennt, das Schicksal seiner zur Niedermetzeluug verurtheilten Brüder theilen? — Mordechai nimmt also eine eximirte Stellung ein und hat seine Verbindungen und seinen Anhang. Daß er den Willen und wohl auch die Aussicht hat, sich zu immer höhern Rangstufen, bis zur Nähe des Königs emporzuarbeiten, wo er besonders kräftig seinen Einfluß für fein Volk geltend machen konnte, darf wohl mit Fug angenommen werden. Er ist wenigstens auf gutem Wege dazu. Er hat dem Könige einen wichtigen Dienst geleistet, der