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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 2 · p. Seite 61

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 2
Article
Über die Peripherie im Buche Esther
Date
1882-01-01
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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Ueber die Peripetie im Buche Esther. 61 -s:-i Nothwendigkeit, oder doch der Wahrscheinlichkeit gemäß, erfolgt. Dies möchten wir durch unsere Betrachtung erzielen. — Zuvor aber \ wollen wir einen tieferen Blick in das Getriebe des Ganzen thun, die Situationen und Personen näher kennen lernen und das Colorit des ganzen Schauplatzes aus Strichen und Zügen Herstellen, die, nur leise und absichtslos hingeworfen, (der Er- zähler mußte ja bei seinen Lesern die Kenntniß der Verhältnisse voraussetzen), leicht übersehen werden und auch übersehen״ wurden. Das Stück wird dann in eine Beleuchtung treten, unter der es an Reiz des Naiven etwas einbüßen, dafür aber, nicht zu seinem Schaden, an dem der Klarheit, Durchsichtigkeit nnd strengen Einheit der Handlung gewinnen wird..— Der Schauplatz des Ganzen ist ein königlicher Hof und dazu ein orientalischer, in welchem nicht blos Ueppigkeit und Verschwendung herrscht, sondern in welchem Hofintriguen und' Kabale heimisch, Pallastverschwörungen nichts Seltenes sind, in welchem eine gutorganisirte Camarilla ihre geheimen Künste treibt, wo Steigen und Fallen, Erhebung und Erniedrigung leicht auf einander folgen und fast an der Tagesordnung sind. Unser Buch selber gibt uns schon ein kleines Bild von diesen Zuständen. Glänzende, Monate lang währende Feste werden gegeben. Eine Königin wird verstoßen, eine andere eingesetzt. Zwei Hofbeamte verschwören sich gegen das Leben des Königs. Ein Mann wird zur höchsten Würde erhoben, dann gestürzt, beseitigt und sein Gegner tritt an seine Stelle. Aus diesen Verhältnissen bildet sich gleichsam der Charakter des verweichlichten, mißtrauischen und launenhaften Königs, der oder dessen Gunst ja zum großen Theile die Zielscheibe für das Jntriguen-: spiel am Hofe abgiebt. In dieses Hofgetriebe hinein tritt nun Mordechai, jener strenge, ganze, offene Charakter. Er wohnte schon früher in der Nähe des Pallastes, iu der B u r g Susa (nicht in der Stadt Susa) ohne als Jude gekannt zu sein

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