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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 2 · p. Seite 57

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 2
Article
Über die Peripherie im Buche Esther
Date
1882-01-01
Page
Seite 57 (sequence 9)
Language
German
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. Ueber die Peripetie im Buche Esther. 87 muß. Aber jede Beruhigung hört auf bei dem, was uns im Folgenden geboten wird. Für jeden nur einigermaßen kritischen Blick störend» weil dem ganzen Aufbau und Charakter des Stückes widersprechend und nicht blos unmotivirt, sondern zum Theil ganz unberechtigt muß uns das erscheinen, was uns im sechsten Capitel berichtet wird. - ״In jener Nacht (die zwischen dem ersten und dem zweiten Gastmahle der Königin lag) floh der Schlaf den König. Er ließ sich das Buch der Erinnerungen, der Zeitereigniffe bringen und sie wurden dem König vorgelesen, und es fand sich da geschrieben", welchen Dienst Mordechai durch die Entdeckung der gegen den König gerichteten Verschwörung, diesem erwiesen habe. Da er noch keine Belohnung dafür empfangen hatte, so läßt der König Haman (der» nach dem Feste der Königin über das unehrerbietige Verhalten Mordechais besonders aufgebracht, nunmehr dessen Hinrichtung beschlossen hatte und jetzt vom König die Erlaubniß dazu erbitten will) zu sich berufen und richtet an ihn die Frage, was dem Manne erwiesen werden solle, den der König besonders ehren möchte. In der Meinung, er selber, der Angesehenste im Staate, sei damit gemeint, gibt er die höchste Ehrenbezeigung an: das Anlegen des Königsgewandes, das Besteigen des königlichen Leibrosses unter Mithilfe eines angesehenen Fürsten des Reiches und die Proklamirung dieser Ehren durch den Marktplatz der Stadt. ״Schnell nimm Kleid und Roß und verfahre so mit dem Juden Mordechai, wie Du eben gesprochen, laß es an nichts fehlen!" ruft ihm der Köuig zu. Und Haman legt dem Mordechai das Gewand an, läßt ihn das Roß besteigen, und ruft vor ihm aus: Also geschehe dem Manne, den der König ehren will" und geht dann traurig und tief beschämt nach Hause. — So weit dieser Vorgang, der uns eine Schicksalswendung bringt. — Aber so viel hier berichtete Facta, so viel Auffälligkeiten, ja so viel Mthsel. — Zunächst das Erste, das diesen großen Umschlag zur Folge

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