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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 2 · p. Seite 56

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 2
Article
Über die Peripherie im Buche Esther
Date
1882-01-01
Page
Seite 56 (sequence 8)
Language
German
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56, Ueber die Peripetie im Buche Esther. Neuem geäußerte gnädige Anerbieten des Königs, jeden ihrer Wünsche zu erfüllen, mit einer neuen Einladung des Königs und Hamans. Daß sie eine besondere, gute Absicht dabei hat, ist klar. Aber worin besteht sie* *)? Die wenigen uns bekamtten Erklärungen dieses auffälligen Schrittes muß man als schwache Nothbehelfe bezeichnen *). Will die zögernde Esther sich erst in der Gunst des Königs befestigen? Wir sollten meinen, daß diese Gunst sich ihr in genügend hohem Maße schon bei ihrem ersten Erscheinen zugewendet hat. Wenigstens ist nicht einzusehen, wie eine solche auffallende Hinhaltung des Königs diese Gunst befördern könne. Und wozu die Einladung Hamans? Aber sie will vielleicht mit größerem Effect diesem die Anklage vor dem Könige ins Angesicht schleudern, und sie unterläßt dies nur deshalb bei dem ersten Feste, weil, wie einer der nüchternsten alten Erklärer (Jbn Esra) meint, sich noch nichts Außergewöhliches, wie n a ch dem ersten Feste, nichts Außerordentliches ereignet hatte, was auf eine höhere, eine göttliche Unterstützung ihres Werkes hindeuten konnte. — Nun, dazu hat doch Mordechai sicherlich nicht Esther so streng an ihre Pflicht gemahnt, sie zum Handeln aufgefordert, daß sie auf Wunder warte. — Doch haben wir es hier nur mit einer Unklarheit zu thun, die vielleicht mehr uns, als das Wesen des Buches trifft. Mit Noth ließe sich doch die eine, oder andere Erklärung annehmen. Wir könn-; ten uns schließlich nrit dem Vertrauen zu Esther beruhigen, die die Verhältnisse kennt, nach denen sie ihr Handeln einrichten ') ״Klug bringt sie nicht allsogleich ihre Klage vor", sagt Graetz, Geschichte der Juden II d, S. 34, in seiner Wiedergabe des Buches Esther, ohne jedoch anzugeben, worin die Klugheit ihres Verfahrens bestand. *) Rasch! verweist hier und bei einigen der folgenden Begebenheiten auf die, wohl als frei agadisch betrachteten und darum ganz unbeachtet gebliebenen Worte des Talmuds, denen wir später hier näher treten werdem

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