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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 2 · p. Seite 54

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 2
Article
Über die Peripherie im Buche Esther
Date
1882-01-01
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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54 Ueber die Peripetie im Buche Esther. ihm, Mordechai, der am Thore des Königs sitzt, verweigert sie ihm (über sein Motiv später). Darob erbittert, ergrimmt, sinnt Haman auf Rache, und da er die Abstammung Mordechais erfährt, genügt es ihm nicht, gegen ihn allein vorzugehen, sondern er will ihn in seinein ganzen Volke strafen. Aber er kämpft nicht mit offenem Visir, er tritt nicht als offener Ankläger auf, sondern bedient sich der Heimtücke und der brutalen Gewalt als Waffen. Das jüdische Volk stellt er dem König, ohne es ihm aber als jüdisches zu bezeichnen und ohne jede nähere Angäbe, als eine in den verschiedenen Provinzen verbreitete, Herrscher und Reich gefährdende Volksklasse dar, die sich den königlichen Geboten widersetzt, und erbittet die Erlaubniß, das Land von ihr zu befreien. Um den König zu dieser Erlaubniß geneigter zu machen, stellt er seiner Privatkasse eine hohe Summe Geldes zur Verfügung. Der König zeigt sich ganz willfährig, er überläßt es seinem treuen Diener, diese gefährliche Menschenklaffe unschädlich zu machen und erweist ihm für seine Gesinnungen neue Gunstbezeigungen. — So mit unbeschränkter Vollmacht ausgestattet, erläßt Haman den Befehl, im Namen des Königs die Juden an einem bestimmten Tage sammt und sonders niederzumetzeln. In der Stadt Susa große Bestürzung, in der Burg Susa der König und Haman beim Trinkgelage. — Aber Mordechai erfährt Alles, was geschehen, hüllt sich in Sack und Asche und geht laut weinend, bitter klagend bis zunl Thore des Königs, wo er Gelegenheit findet, die nichtsahnende Königin von Allem in Kenntniß zu setzen uird sie aufzufordern, sofort vor dem Könige zu erscheinen und für das Leben ihres Volkes sich zu verwenden. Der Vorstellung Esthers, daß ein solches unaufgeforderte Erscheinen vor dem Könige mit Lebensgefahr für sie verbunden sei, setzt er von hoher sittlicher Entrüstung getragene Worte entgegen: wie kleinlich es sei, in solchen großen Momenten an sein eigenes Leben zu denken. Esther

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