Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Peripherie im Buche Esther
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
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Ueber die Peripetie im Buche Esther. 53 uns vorgeführten Scenen ist. — Mit einem glänzenden Feste, auf welchem sich die ganze orientalische Pracht und Verschwen» düng entfaltet, wird das Stück eröffnet. Der König Ahasweros, der den Großen und den Völkern seines Reiches seine Größe und seinen Reichthum, alles Schöne und Kostbare, das in seinem Besitze ist, vorführen möchte, will auch durch die Schönheit seiner Gemahlin hier vor Allen glänzen. Aber der einer Weinlaune entspringenden und besonders für eine orientalische Frau starken Zumnthung, sich den Fürsten und dem versammelten Volke zu zeigen, mag die Königin nicht Folge leisten. Dieses im Angesichte fast des ganzen Landes gegebene Beispiel des Ungehorsams wird nach Beschlich der vom erzürnten Könige berufenen ersten Rathgeber mit Verstoßung der Königin bestraft. An ihre Stelle soll eine andere und selbstverständlich die schönste, die anmuthigste und würdigste im Lande treten. Als solche wird Esther, ein jüdisches, verwaistes Mädchen befunden, das im Hanse des Oheims und Adoptivvaters Mordechai in der Residenz erzogen wurde, dessen Glauben und Abstammung unbekannt bleibt. Esther gewinnt die Herzen Aller und auch das des Königs. Er erwählt sie zur Gemahlin, erhebt sie zur Königin. Mit ihr tritt auch Mordechai, ohne sein Verhältniß zur Königin zu entdecken, auf den Schauplatz. Er hält sich im ״Thore des Königs" oder in der königlichen Burg auf und bleibt durch einen besonders dazu bestimmten Hofbedienten mit Esther in Verbindung. Bei seinem Aufenthalte im ״Thore des Königs" gelingt es ihm, eine Verschwörung zweier Hofbeamten gegen das Leben des Königs zu entdecken. Diese seine verdienstvolle That wird in die königliche Chronik eingezeichnet. Bald darauf tritt Haman, als der äugenblicklich bevorzugteste Günstling des Königs, als höchster Staatsbeamte auf den Schauplatz. Er tritt mit dem durch königli. chen Befehl unterstützten Anspruch auf, ihm die höchsten Ehrenbezeigungen zu erweisen. Alle Diener des Königs gewähren sie