Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-11-01 · Heft 11 (November 1881) · p. Seite 495

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 11 (November 1881)
Article
Agrippa II. und der Zustand Judäa's nach dem Untergange Jerusalems
Date
1881-11-01
Page
Seite 495 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829542-2829554-2873177--20577-2873210
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

nach dem Untergang Jerusalems. 195״ Aber גול גוי, d. h. ungerechte Aneignung Heiden gehörigen Eigenthumes, kouute jeden Tag Vorkommen, und ist wohl auch bei der Erbitterung, welche in Folge des Krieges gegen Römer und Heiden überhaupt geherrscht hat, vorgekömmen. Die eingesührte Satzung, wenn bekanilt geworden, hat gewiß die Aufmerksamkeit der römischen Machthaber in einem hohen Grade erregt. Mit dieser Satzttng: גול גוי טחר muß eS übrigens eine eigene Bewandtniß gehabt haben. Sie kanir unnröglich in krassem Wortsinne bedeutet haben, daß es erlaubt sei, einen Nichtjuden zu berauben, sich dessen Eigenthum widerrechtlich anzueignen. Hätte ein solches, wenn auch geheimgehaltenes Gesetz bestanden, so wäre jeder geschäftliche Verkehr von Nichtjuden mit den jüdischeu Bewohnern. Palästina's ausgeschlossen gewesen, wie in einem Barbarenstaate; auch wäre es bei der Ueberwachung seitens der Römer nicht verschwiegen geblieben. Es scheint vielmehr zunächst gegen die von VeSpasian aufgelegte und von Domitian mit so vieler Härte eingetriebene Kopfsteuer des Fiscus judaicus gerichtet gewesen zu sei׳.!. Diese Steuer hat die Gesetzeslehrer in der That beschäftigt. Es galt gewissermaßen als unpatriotisch, sich dieser Gewalts- Verordnung zu fügen. Auch die Judenchristen hat dis Frage beschäftigt. Das Matthäus-Evangelium läßt daher Jesus die Frage vorlege» ־. Ist e s gestattet, d e in K a i s e r den C en s us zu g eb e u, und läßt die Antwort ertheilen: ״Gebet d e m K a i s e r, was des Kaisers i st" (Matthäus 22,17—21). Es kann hier nur von der Kopfsteuer dre Rede sein, welche jeder erwachsene Jude nach der Tempelzerstörung hat leisten müssen, wie denn auch dieses Evangelium von einem D enar mit dem Bilde des Kaisers spricht, den sich Jesus angeblich zeigen ließ. Der Denar war ein h a l b e r 2 ch e k e l und entspricht ungefähr den» öCüqüxhov, welches früher an den Tempel ׳ gegeben zu werden pstegte. Vom eigentlichen Census kann hier

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.