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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-11-01 · Heft 11 (November 1881) · p. Seite 490

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 11 (November 1881)
Article
Agrippa II. und der Zustand Judäa's nach dem Untergange Jerusalems
Date
1881-11-01
Page
Seite 490 (sequence 10)
Language
German
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4!0י , Agrippa H. und der Zustand Iudäa's seit langem ein großer Eifer für unsere Gottesvsrehrung, ES giebt keine einzige griechische und barbarische Stadt, kein einziges Volk, zu welcher nicht die Sitte der Ruhe des siebenten Tages gedrungen märe. Auch die Festtage und das Anzünden der- Lichte (am Ehanuka-Feste) und Vieles von unseren Gesetzen bezüglich der Speisen wird beobachtet." Es sei nur daran erinnert, daß der hochgebildete und weise Agllila aus Pontus sich in dieser Zeit zum Judenthum bekannte, die Neise nach Palästina machte, die hebräische Sprache erlernte, zu den Füßen der GesetzeSlehrer saß und es so weit brachte, daß er die ganze heilige Schrift voll Neuem in'S Griechische übersetzen konnte. Und daß der Consul Flavius Clemens, ein Neffe des Kaisers Doinitian, eine tiefe Zuneigung zum Judenhum hatte, kann gegenwärtig nicht mehr bestrittell werden. Josephus' Freuild, Cpaphroditos, ein feiner Kenner des griechischen StyleS, hatte eine entschiedene Vorliebe für das Judeuthum. Daher kam es, daß Domitian in die Bestrafung seines Neffen Clemelis wegen Zuneigung zum Judenthum viele Andere, die sie theilten, hineingezogen hat. Die christlichen Apostel, Paulus' Nachfolger, erwarben nur Proselyten unter der niedrigen Volksklafse, unter Arbeitern, Sklaven und Frauenzimmern. Denr Judenthum strömten ohne propagandistischen Eifer Viele aus den höheren Ständen zu. Nun gab es aber ein Hinderniß, die Beschneidung, welche die Man. nerwelt abhielt sich vollständig der jüdischen Lebensgemeinschaft anzuschließen. Die Frage lag also nah: ob denn die Beschneidüng für den Anschluß an das Judcnthum so nothwendig, ob sie ein Fundamentalgesetz sei. Die Ansichten waren von jeher darüber getheilt.!Bei der Bekehrung des adiabenischen Königs- Hauses zum Judcnthum sprach sich ein Lehrer gegen die Noth- .wendigkeit der Veschneidung ans, ein anderer — es war ein Galiläer— dafür aus. Josephus hatte auch deßwegen einen Streit mit seinent galiläischen Anhänge während des Krieges, weil er

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