Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 11 (November 1881)
- Article
- Agrippa II. und der Zustand Judäa's nach dem Untergange Jerusalems
- Date
- 1881-11-01
- Page
- Seite 488 (sequence 8)
- Language
- German
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488 Agrippa II. und der Zustand Iudna's blicken lassen, kamt wohl Jamnia-Iabneh gewesen sein. Denn dieses war der Wohnort R. Eleasars und seilles Vaters N. Za: dok, als sie Jerusalem verlassen Cjatteu. N. Zadok lvar Mitglied des Jamnensischeu Nathes unter beut Patriarchelt Nabbau Gatudiel (Tosefta Spnhedrin c. 8, Jerns. Syn. p. 19 d): אמר ר' אלעזר כשחיה ר׳ גמליאל וזקנים משב ביבנה אבא ואחר מימינו ווקנים משמאלו (vgl. Sukka Mischila p. 2(5 b; Jom Tob p. 22 b; Pesachuu 37 u). dt. Eleasar selbst lebte ebenfalls eilte Zeit lang in Jabneh uub verkehrte im Hause Rabbnit Gamaliels (Tosefta Sukka XX). War es nicht Jablteh, wo die Gesetzeslehrer den König Agrippa zu sehen beflissen warelt, so war es wohl Cä- )'cum Aus diesen! Umstande folgt jedenfalls, daß er ihnen nicht antipathisch gewesen sein must, lvie ben Zetotell. Er hat ihnen also wohl keilt Aergerniß durch Gesetzesübertretung gegeben. Aus bem Umstande, daß er einen so religiös-skrupulösen Verwalter angestellt hat, scheuet hervorzugehen, daß er selbst auf gesetzestreue Frömmigkeit Werth gelegt hat. War doch seine Schwester Bereuike so skrupulös, daß sie sich eine Zeitlang dem dtasiräer Gelübde geweiht, uub ihre Zierde, das Haar, dabei geopfert hatte. In seiner dtede all die Jerusalemer beim Ausbruch der dievolutiou warnte Agrippa auch biird) beu Hiltweis, daß sie zur Uebertretung der Neligiollsgesetze fuhren würde. Welln eine durch zwei Quellen bezeugte Unterredung Agrippa's mit bem Gesetzeslehrer R. Elieser als authentisch äugesehen werdelt könnte, so hat dieser König dein Judenthum ein theoretisches Jllteresse zugewendet. Es wird ltämlich erzählt, er habe ben genannten Gesetzeslehrer gefragt, wenn die Beschneidüng ein Fundamentalgesetz des Judenthums sein soll, warum sie nicht auch in! Dekatog erwähnt werde. R. Elieser habe ihm darauf erwidert, sie sei bereits bei der Vorbereitung zur Offenbarung des Dekalogs von Gott als wichtig betont worden. Denn