Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1881)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1881-10-01
- Page
- Seite 467 (sequence 9)
- Language
- German
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Rovne des etudes Juives. 467 für mich ein langes Leben zu erhalten, daß sie meine guten Vorhaben begünstigen und zu meinem Herrn Mardnk sagen: Cyrus, der König, dein Diener, und Kambyses, sein Sohn (36) fei ihnen geneigt, daß sie leben. .... So viel ist aus beiden Inschriften zu ersehen, daß Cyrus sich der Stadt Babylon, ohne auf Gegenwehr zu stoßen, ohne hydraulische Kunststücke vornehmen zu müssen, bemächtigt hat. Auffällig bleibt nur, wie sämmtliche Historiker Herodot, Lenophon, Polyaenos, darin übereinstimmen, daß zur Bezwingung Babylons der Euphrat abgeleitet wurde; die meisten wissen auch davon, daß ״die Belagerten der Belagerer gespottet" und daß sie während der Gelage eines Festtages überrascht wurden. Hatten etwa die Perser den Griechen solche nationale Großthaten zu keinem anderen Zwecke erzählt, als um sie das Gruseln zu lehren? Aber auch bei den Propheten Jesaias und Jeremias hat man bislang in dem Austrocknen der Ströme und in dem Ueberrumpeln bei festlichen Schmausereien Bezüge auf die Einnähme der Stadt Babylon entdecken wollen. Eben so wenig - harmonirt die Ueberlieferung von Berosus und Eusebius, daß Nabonid nach Karmanien verwiesen worden und dort gar eine Zeit lang die Statthalteret versehen habe. Nach den keilinschriftlichen Aufklärungen hat sich die Sachlage folgendermaßen gestaltet: In der Schlacht bei Rutu wurde im Monat Tammus von Cyrus der entscheidende Schlag gegen Nabonid geführt, — wobei nicht ausgeschloffen bleibt, daß behufs der strategischen Operationen zu dieser Schlacht eine Abgrabung des Euphrat vielleicht wirklich vorgenommen wurde. Am 14. Tammus öffnet Sipar dem Sieger seine Thors, und am 16. ergiebt sich Babylon selbst. ׳ Nabonid, der während seiner siebzehnjährigen Regierung die Gemüther׳ sich völlig entfremdet zu haben scheint, wird gefangi!n und stirbt vier Monate später/ am 11. Marcheswan. 30*