Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 9 (September 1881)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1881-09-01
- Page
- Seite 422 (sequence 10)
- Language
- German
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422 Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. de vitis Prophetanim: Fabricius Cod. pseud-epigr. Vet. Test. p. 1110 und anderen dort genannten Schriftstellern gelangt; ebenso zu Barhebräus der iit der liistoria Dynastiarum ed. Pocock Oxford 1663 p. 71 bemerkt, Jereniifa hatte die Tafeln u. zw. in einen Brunnen versteckt. An derselben Stelle erwähnt Barhebräus, Jeremija sei dann vom Volke gesteinigt worden. Ganz ebenso lautet auch die Sage bei Dorotheus. Uebereinstimmend mit jenen, erzählt Syncellus ed. Bonn 1829 p. 426: ״ot’Tot elöor?,oXaTQtj0aVTe$ iv Aiyvmw iksyxofievol ts vnö tov fieycttnv ,JeQSf.uoo £l£$oß6h]Gav.“ , ״Jene, von dem großen Jeremija darüber zur Rede gestellt, daß sie Götzen dienten steinigten sie ihn." Ebenso im Martyrologiuur rom. zum I. Mai (s. bei den Bollandisten I, 7), dem zufolge Jeremija in Taphnis gesteinigt worden sein soll. Als christliche Tradition erwähnt ferner d'Herbelot, BibliothSqse orientale s. v. Jrmia, die Steinigung des Jeremija in Aegypten. Trotz dieser merkwürdigen Uebereinstimmung, scheint hier eine ältere jüdische Sage den Stoff zu dieser vermeintlichen Steinigung des Jeremija, von dem die Bibel selbst erzählt (Jerem. 43 v. 6, 7), daß er nach Aegypten gebracht wurde, geliefert zu haben. Schon Josephus bell. jud. IV, V, 4 und Evangel. 1t Matth. 23, v. 35 erwähnen der in der jüdischen Literatur sehr häufig vorkommenden Ermordung des Zacharias im Tempelhofe, zwischen Tempel und Altar. Aelteste Quelle hiefür ist II. Chron. e. 24 v. io, 22, wo die Steinigung des Zacharia kurz erzählt wird, die dann von der späteren Zeit legendarisch ausgeschmüät worden ist. Echa rabb. ed. Amsterd. fol. 54 a, foL 79 b und fol. 110b; Koheleth rabb. s. 10 c. 10 v. 4; Gitin 57 b; Sanhedrin 96 b; Jalkut II, foi 72 a § 364. Pesikta ed. Buber foL 122a; Jeruschalmi Taanit IV,5 foL 69af. Ueberall heißt es, Zacharija sei von dem Volke, das er zurechtwies, getödtet worden. Dieser Mord blieb aber nicht ungerächt, denn