Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 9 (September 1881)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1881-09-01
- Page
- Seite 423 (sequence 11)
- Language
- German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenlunde. ■123 das Blut der Edelsten in Jerusaleiit floß auf demselben Boden, wo das Blut des Zachanja keine Ruhe fand. In einem anderen Zusammenhänge wird uns die Sage von dem wallenden Blute eingehender beschäftigen. Hier ist es nur von Bedeutung festznstellen, daß ein Prophet vom jüdischen Volke gesteinigt wurde. Diese Thatsache wurde nun auf den nicht freiwillig nach Aeghpten gehenden Propheten Jeremia übertragen. Fabricins, 6od. pseud. Vt. Test. pag. 1110—11 IG enthält noch eine Anzahl Citate aus älteren und jüngeren Kirchenschriftstellern, die dieselbe Sage oder Einzelheiten derselben mehr oder weniger ausführlich tradiren, vgl. auch Migne Dict. des Apocryphes col. 3G3 ff. und uns so die Wege zeigt, wie diese Sage stückweise aus dem Orient nach dem Occident kam und hier schließlich zu einem Ganzen zusamniengeschrnolzen wurde. Die Verwechslung zwischen Jeremija und Zacharias ist übrigens schon im Evangelium zu bemerken, indem Matth, e. 27 V. 9 zwei Verse im Namen des . Jeremija citirt, die aber Z a ch a r i a S augehören: Zach. <5. 11 V. 12—13, was Origenes schon ausgefallen ist (Fabrik, a. a. O. p. 815)'). (g«rtf«4ung folgt.) (Anmerk. d. 31.). Die geschichtliche Unterlage für alle diese Sagen ist der Tod des Zacharias b. Baruch, welchen die Zeloten ans Verdacht der Verrätherci der Nömerfrcunde hinrichten ließe» (ZosephuS j. Kr. IV, 4 ,5־). Das Evangelium läßt aber anachronistisch das Factum von Jesus ansühren.