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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-09-01 · Heft 9 (September 1881) · p. Seite 419

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 9 (September 1881)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1881-09-01
Page
Seite 419 (sequence 7)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenlunde. 41!* erwirb das Feld von Chanamel, deinem Vetter." UndJeremija glaubte, Gott habe wieder seine Gunst dem Volke von Jerusalern zugewendet, so daß es den Geschäften nachgehen könne. Darauf sagte Gott zu Jeremija: ״gehe und nimm das Feld in Besitz". Kaum hatte dieser die Stadt verlassen, als ein Engel vom Himmel stieg, mit seinen Füßen die Mauer von Jerusalein stürzte und rief: ״Mögen jetzt die Feinde kommen und ׳ in das Haus dringen, das sein Herr verlassen, es plündern und zerstören, und mögen sie in den Weinberg kommen und seine Neben vernichten, nachdem der Wächter ihn verkästen hat; damit die Feinde sich dessen nicht rühmen, die Stadt selbst erobert zu haben." Darauf drangen die Feinde in die Stadt und gelangten auf den Tempelberg, wo sie an derselben Stelle, auf welcher Salomo mit den Aeltesten Rath pflog, darüber berathschlagten, wie sie den Tempel anzünden sollten. Während sie noch dasaßen, da sahen sie, wie vier Engel vom Hiinmel herunterstiegen, die vier Fackeln in den Händen trugen und damit den Tempel an den vier Ecken anziindeten. Jeremija kam eben aus Anathot nach Jerusalem. Als er die aufsteigende Rauchsäule sah, glaubte er, es sei die Säule, die vom Räucheraltare aufsteige, und daß die Israeliten reuig zurückgekehrt seien zum alten Opferdienste. Als er aber bis zur Mauer gelangte und an Stelle des Tempels Schutt- und Trümmerhaufen sah, rief er: ״Du hast mich beredet. Ewiger, und ich ließ mich bereden", Jerem. 20, 7. . Die Quelle für diese Sage im Jalkut ist Pesikta rabbati ed. Friedmann, Wien 1880, fol. 131 a, cap. 26, wo sie aber noch einen wesentlichen Zug enthält, dem wir in der byzantini- . schen Fassung auch begegnet sind. Als nämlich der Hohepriester sah, daß der Tempel brenne, da nahm er die Schlüssel und warf sie in die Höhe indem er rief: ״Hier sind die Schlüssel deines Hauses, ich war ein falscher Epitropotz darin."

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