Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-09-01 · Heft 9 (September 1881) · p. Seite 418

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 9 (September 1881)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1881-09-01
Page
Seite 418 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829542-2829552-2873041--20476-2873089
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

418 Verträge zur öcrßlcidjonbcn Sagen- und Märchenkunde. h e 2 e nichts anderes als den Berg, in welchen׳ wir die anderen Helden dieses Sagenkreises eingeschlossen finden, oder den Sarg im Märchen: Schneewittchen: (Grimm K. und H. Märchen Nr. 53) und bedeutet einen n n z u g ä n g l i ch e n Behälter. Auch Schneewittchen verfällt in einen todtähnIichen S ch l a s, behält aber ganz das Aussehen einer Lebenden und liegt so Jahre lang, bis der Ritter kommt, durch den sie zirm Leben erweckt wird, s. Grimm III, S. 67 ff. Bei Hahn griech. und alban. Märchen Nr. 12. ist es ein Prinz der in todesähnlichenr Schlaf liegt und der nur dadurch erlöst wird, daß Jemand drei Wochen drei Tage und drei Stunden, ohne zu schlafen, bei ihm Wache ׳ hält. So erscheinen noch öfter schlafende Helden uird Heldinnen z. B. ebendaselbst Nr. 183 eine vollkominene Parallele zu Schneewittchen, Schott Nr. 5 u. s. w. Bis auf eiiren m y t h i s ch e n Ursprung all dieser Sagen und Märchen, wenn ein solcher über- Haupt auzunehmeu wäre, erstreckt sich unsere Untersuchung nicht, da sie sich die engere Grenze des Wahrscheinlicheren gesteckt hat. 1 und Deutungen die nur auf eine su bjectiv e Deutung des Mythus hinauslaufen, am liebsten ganz vermeidet. In Bezug auf die Siebenzahl der Jünglinge zu Ephesus, wird wohl an die Siebenzahl der jüdische« Märtyrer unter Antiochus: II Makkab. e. 7 zu denken sein, deren Sage nicht ohne Einfluß , auf die Heilig eulegende geblieben ist. Es erübrigt uns jetzt noch die anderen Zuge der ״Jeremija- Legende" jNach ihrem Ursprünge und nach ihrer Verbreitung »u prüfen. In erster Reihe steht die Sage von den Engeln, die sonst zunr Schutze. der Stadt dienen, jetzt aber Jerusalem selbst in die Hände der Feinds liefern. Fast wörtlich stinrmt damit überein: Jalkut II, tol. 64 d § 308, wo es heißt: ״Als die Stunde nahte, in welcher die Zerstörung von Jerusalem beschlos sen war, da sagte Gott zu Jeremija: ״gehe uach Anathoth und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.