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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-09-01 · Heft 9 (September 1881) · p. Seite 415

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 9 (September 1881)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1881-09-01
Page
Seite 415 (sequence 3)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. 415 einen Hirten 10 Tage im Berge verweilen und es sind nachher w Jahre. Dieser Zug, daß der kurze Aufenthalt in jenem Reiche, eitler langen Zeit des irdischen Lebens entspricht, kehrt in sehr vielen Märchen wieder und scheint eine abgeschwächte Form des ursprünglichen langen Schlafes zu sein. Als älteste Parallele wird wohl hier die Parabel vom Mönche und vom singenden Vögelein in Barlaam und Josaphat zu betrachten sein. Ein Mönch lauscht im Garten auf den wunderbaren Gesang eines Vogels und glaubt, daß es nur eine kurze Zeit sei, in welcher der Vogel gesungen habe. In das Kloster zurückgekehrt, erkennt er keinen Menschen mehr und kein Mensch erkennt ihn; er hatte nämlich eine sehr lange Zeit dem Vogel zugehört; in der Chronik des Klosters hieß es, daß ein Mönch vor langer Zeit plötzlich verschwunden sei. Bei Schott f mallach. Märchen Nr. 2 verweilt einen ״arme Mädchen" einen Tag in einem der erlaubten Ziiumer und erfährt dann, daß sie ein ganzes Jahr darin war. Am andern Tag verbringt sie blos eine Stunde in einem anderen Zimmer und die Jungfrau Maria sagl ihr darauf: ״nicht eine Stunde, sondern drei Menschenalter hindurch hast du die Herrlichkeit Gottes bewundert." Und am dritten Tage ist es nicht blos ein Augenblick, sondern eine halbe Ewigkeit, die sie im Aufenthalte der Seligen zugebracht. ״Eine Ueberlieferung aus Windschau in Mähren berichtet (Vernaleken, Oesterr. K. und Hausmärchen, Wien 1870, S. 347 zu Nr. SO) von einem Königssohne, der auf einem Schimmel in das Paradies abgeholt wurde. Er genoß von den köstlichen Früchten und wollte dann wieder zurückkehren. Aber alles traf er in verändertem Zustande, er war 300 Jahre fortgewesen, und als er irdische Nahrung zu sich genommen hatte, ward er ein steinaltes Männchen und sein Leib zerfiel." Bei Zschokke: Erzählungen aus dem Nebel, vrrbringt ein Hirt kurze Zeit bei einer unterirdischen Fee. Als er

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