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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-09-01 · Heft 9 (September 1881) · p. Seite 392

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 9 (September 1881)
Article
Jacob Bernays
Date
1881-09-01
Page
Seite 392 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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392 Jacob Vernarzs. gen, vm die Wichtigkeit des 3lesultats und eirngerrnaßeu auch den Weg anzrldeuten, auf welchem er zu ihm gelangt ist. Aber auch in seinen anderen Arbeiten findet sich Einzelnes auf jüdische Wissenschaft Bezügliches und man sieht, daß er es mit Vorliebe einflicht. Seine Arbeit ״Theophrastos' Schrift über Frömmigkeit" enthält eine Fülle von Belehrung über jüdische Dinge. Auch in einzelnen Aufsätzen, die dem Judenthmn ganz fernliegende Stoffe behandeln, finden wir Bemerkungen, welche auf Bibel und Judenthmn Bezug haben; so lesen wir z. B. in einer im Rheinischen Museum veröffentlichten Abhandlung: Neue Bruchstücke des Heraklit von Ephesus, die im Folgenden auszugsweise wiedergegebene stilistisch und gedanklich ganz ausgezeichnete Schlußbetrachtung: ״Als durch die hinsiechende alte Welt neue Religion sich Bahn gebrochen, um so unwiderstehlicher, je stolzer sie in selbstbewußter Jugendfrische jeden verhüllenden Gedankenschmuck verschmäht hatte, wollten dennoch Viele mit dem nackten Glauben sich nicht begnügen; um ihn zu bekleiden, versuchten sie den Prophetenmantel mit dem Philosophenmantel in eins zu weben. Die Weber waren oft nicht geschickt; die Nähte des zusammengestückten Gewandes waren meistens so sichtbar, daß sie den Muthmillen heidnischer Spötter erregen mußten, waren nie so dicht, daß nicht die schneidende Kälte Heidnischer Dialektik hätte durchdringen können. Das aber muß in jenen Bestrebungen vor Anderen dem Blick des Forschers über Geschichte der Philosophie sich aufdrängen; eine Hauptrichtung griechischer Philosophie, die eleatische, ist ohne merklichen Einfluß sogar!ruf die häretischen Lehrgebäude geblieben. Und dies darf nicht aus einer zeugungsunfähigen Schwäche ׳ des Eleatischen Grundgedankens erklärt werden; hegt doch die neuere. Philosophie in ihrer innersten Mitte ein mächtig genug dastehendes System, das auf lebenloses Denken und Ausdehnung

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