Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 8 (August 1881)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1881-08-01
- Page
- Seite 270 (sequence 3)
- Language
- German
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370 Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkundc. Jünglingen vergeblich waren — die Eltern derselben holen lasten und unter Androhung der härtesten Strafen, sie nach dem Ausenthalte derselben gefragt. Die Eltern gaben denn auch die Höhle im Berge Ochlo» als ihren Aufenthaltsort an. Decius befahl nun, zur Strafe den Eingang zur Höhle mit schweren Steinen zu vermauern. Zwei Arbeiter waren aber auch heimliche Christen, so machten sie ein Metallkästchen, legten zwei Bleitäfelchen hinein, worauf die Nanren der Jünglinge und die Erzählung der von Decius über sie verhängten Strafe eingegraben war, und verschlosten es mit ihren« eigenen Siegel. So verging eine gerauine׳ Zeit bis Theodosius der Jüngere den Thron von Byzanz bestieg. Zu der Zeit eutftaitb eine Sekte, die die Auferstehung läugnete und die viele Anhänger aus der Mitte der rechtglänbigen Christen fand. Theodosius bat Gott, er möge durch irgend welches Zeichen die Behauptung der Irrgläubigen widerlegen. Und nun ereignete es sich, daß ein geivister Adolie, dem der Berg gehörte, einen Schafstall ba««en «vollte und daher Steine von der Mauer nah in, die de«« Eingang der Höhle versperrte; so entstand ein Loch, so groß, daß ein Mann leicht durchkrischen koirnte. Da envachten die sieben Jünglinge und waren der Meinung, sie hätten nur eine Nacht geschlafen. Der Jüngste ging nun, «vie geivöhnlich. Vorrath einzukaufen uird nahm eine Silbern«ünze mit. Als er zur Höhle hinaus kam, «vunderte er sich nicht «venig über die, «vährend der Nacht entstandenen Mauer. Noch mehr aber «vuirderte er sich über das veränderte Aussehen der Stadt und ihrer Bewohner; er merkte auch nicht, daß er anders gekleidet war, als die anderen Leute. Um seine Zweifel zu verscheuchen, fragte er einen Mann, der vorüberging, nach dein Namen der Stadt; dieser antwortete, es sei Ephesus. Jener ging nun z««m nachsten Bäckerladen, kaufte einiges Brod und reichte ihm die Silbermünze hin, indem er bat, er möchte ih«n den Rest herausge-