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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-08-01 · Heft 8 (August 1881) · p. Seite 244

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 8 (August 1881)
Article
Jacob Bernays
Date
1881-08-01
Page
Seite 244 (sequence 8)
Language
German
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344 Jacob Bernays. seinem Lebensende einen bestimmten Theil seiner Zeit täglich jüdischen Studien gewidmet habe. Es machte ihm Freude, das Eingeständnis; selbst eines Skaliger zu registriren, daß Christen nie das sichere Berständniß in talmndischen Dingen besitzen werden, das ein von Jugend an in dieser Wissenschaft unterrichteter Jude erreicht. Man merkt ihn: die Genugthuung an, wenn er das Urtheil dieses philologischen Heros über die Juden citirt: ״Die Juden erweisen sich heutzutage beim Disput als feine Köpfe; wie erbärnilich hat Justinus Martyr gegen Tryphon geschrieben und Tertullian gegen die Juden. Es muß einer das Judenthum sehr genau kennen, wenn er die Juden widerlegen will; sie erklären die Schrift mit vieler Feinheit; es ist gut, ihre Bücher zu lesen, denn es steckt viel Geist in ihnen." B. versteckte weder sein jüdisches Wissen noch seine jüdische Abstammung; wenn er dem großen Skaliger einen Schnitzer in talmudicis nachweist, so führt er mit scharfer Betonung aus, das Lächerliche desselben lasse sich einem untalmudischen Leser nicht gut deutlich machen und läßt den Stolz erkennen, daß er zu den gewiß sehr dünn gesäeten talmudischen Lesern des Skaliger gehöre. Er hat sein jüdisches Wissen mannigfach wissenschaftlich verwerthct, und seine ganz wissenschaftliche Anschauung gewinnt ein eigenthümliches Kolorit durch sein Judentbum; seine strenge Uebung des Ceremoniells läßt sich vielleicht darauf zurückführen, daß im Vaterhanss das Judenthum in diesen Formen verehrt wurde; aber er war auch im innersten Kern seiner Persönlichkeit jüdisch-religiös und er hielt die Bibel für ein dem modernen Leben nothwendiges Bildungselement. Seine wissenschaftlichen Verdienste zu würdigen reicht weit über die Kraft des Verfassers dieses Nachrufes; aber es gehört zur Charakteristik des ganzen i Mannes, wenn wir ausführen, daß er von seiner Wissenschaft die denkbar höchste Vorstellung

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