Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 8 (August 1881)
- Article
- Jacob Bernays
- Date
- 1881-08-01
- Page
- Seite 242 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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342 Jacob BernayS. diesen Aufsätzen ist vom Lächerlichen;um Erhabenen nur ein Schritt, und wer die Weizenkörner aus der Spreu hcrauslesen kann und will, der wird seine Arbeit reich belohnt sehen. Der Autor kommt vom Hundertsten ins Tatlsendste und combinirt die heterogensten Dinge, aber zuweilen sind diese Combinatione״ von überraschendem Reize, wir merken, bei diesein Manne verwirren ftd) die Gedanken, weil ihrer gar soviel kommen, weil er seines Ncichthumes nicht Herr werden kann. Selten zudem hat sich Strengglänbigkeit mit einem hohen Grade von Freisinn so gut vertragen als wie bei diesein Rabbi. Gerade weil er fest in seinem Glauben ivar, erwog er nicht ängstlich bei jedem Schritte, ob er erlaubt sei, ob er mit ihm nicht aus den Schranken der Orthodoxie heraustrete; was uns zuweilen auf religionsphilosophischem Gebiete begegnet, gerade seine Frönrmigkeit gab seincin Denken Kühnheit. Zudem wissen wir, daß der alte BernayS durch Reinheit des Charakters ausgezeichnet war, und wenn Heine in seinem Uebermuth von ihm sagt, daß er sogar die Hamburger Spitzbubeit betrüge, so werden wir uns erlauben dürfen, dies dahin aufzufassen, daß er selbst denen Respekt eingeflößt hat, die sich mit seiner Geistesrichtung nicht befreunden konnten, daß Keiner an der Ehrlichkeit seines Wollens zweifelte. Daß ein solcher Vater trotz vieler Schrullen seine tiefe» Spuren in den Geist des Sohnes eiugegraben hat, ist natürlich. Jacob BernayS׳war nicht orthodox; wer sich so wie er für Skaliger erwärmen und gegen die Loyoliten ereifern kann, der ist auch in seinen, Glaubensbekenntniß nicht bigott. Er spricht einmal die seine Bemerkung aus, daß bei kirchengeschichtlichen Fragen die gedruckte Literatur durchaus keinen Maßstab für den Fortschritt der Meinungen bietet; daß unter den Urtheilsfähigen aller Parteien eine entschiedene, aber stille Uebereinstimmung stattfindet über Vieles, das in ן beit SÖHdiern noch zart angefaßt oder ganz umgangen wird. Eine solche Beobachtung sieht ganz danach