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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-08-01 · Heft 8 (August 1881) · p. Seite 241

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 8 (August 1881)
Article
Jacob Bernays
Date
1881-08-01
Page
Seite 241 (sequence 5)
Language
German
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Jacob Bernays. 341 Frömungkeit, die Reinlichkeit, mit der er das jiidische Ceremonialgesctz beobachtete, hat in der nichtjüdischen Welt nicht geringcS Aufsehen erregt. Da er unter den jiidischen UniversitätSlehrern mit dieser scrupulösen Uebnng der Cereinonien wohl nur wenig Genossen hat, so verlohnt es sich schon auf diese Erscheinnng einzugehen und überhaupt seinen religiösen Standpunkt zu cruiren. In den durch die Zeitungen verösfeutlichteil Nckrologen ist er schlechtweg als ein Orthodoxer bezeichnet worden. Entspricht diese Behauptung nur dem wahren Sachverhalt? -Hatte das Judenthum für ihn persönlich einen Werth oder pflegte er diese Bräuche nur aus Pietät gegen die Ueberlieferung des elterlichen Hauses? Alle, die ihn genauer kannten, bezeugen, daß er von dem Gefühl hoher Ehrfurcht gegen seinen Vater, den früheren Nabbiner der Hcuuburger Gemeinde, beseelt gewesen ist, aber es wäre eine ganz unbegründete Annahme, zu glauben, daß der 'Sohn, der scharfsichtige und scharfschneidige, blind gewesen sei und keine Kritik geübt habe gegen die Fehler und Seltsainkeiten seines Vaters. Es ist in gewisier Beziehung kaum ein größerer Gegensatz denkbar, als der zwischen diesem Vater und diesem Sohn. Phantastisch, ausschreitend, stillos sind die Aussätze, welche uns über ' die Denkweise des Vaters aufklären, wenn anders diese verworreneu Reden überhaupt über etwas gründlich aufklären können. Sätze, die anderthalb Seiten lang und keineswegs übersichtlich construirt fiub, sind hier etwas Gewöhnliches; etymologische Spielereien, die viel weniger die Kritik als die LachmuSkeln des Lesers reizen, werden ganz ernsthaft als große Entdeckungen vorgetragen. Aber an manchen Punkten öffnet sich das wirre Buschwerk und wir gewinnen einen Fernblick von entzückender Schönheit; wir sind erstaunt über den weiten historischen Blick, der mit wahrhaft scheüingscher Universalität die Welt umspannt; in

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