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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-08-01 · Heft 8 (August 1881) · p. Seite 239

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 8 (August 1881)
Article
Jacob Bernays
Date
1881-08-01
Page
Seite 239 (sequence 3)
Language
German
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Jacob Bcrnays. 339 wie er, der ist gut. Der Schiiler merkt es unter der Leitung eines solchen Mannes in jedem Moment, daß er erzogen wird,.... und gerade bei den besten Naturen, deren feuriger Sinn das Joch schwerer erträgt, bäumt sich der Trotz gegen eine solche Fesselung des Charakters. Bernays rühmt von Nitschl: er lehrte gehen, ohne zu gängeln. Wer in einen so kurzen Satz die ganze Pädagogik für erwachsene Jünglinge zusammendrängen kann, wer an seinem eigenen Lehrer das vorwiegend dankbar anerkennt, daß er zu selbsiständiger Thätigkeit angeregt hat, von dem ist es fast selbstverständlich, daß er freien und unabhängigen Sinn bei seinen Schülern geachtet hat, daß er sie lenkte, ohne daß sie es merkten» daß er ihnen den Weg zeigte, und sie glaubten ihn aus sich zu finden und zu gehen. Vor Allem freilich wirkt ein Lehrer auf die stndirende Jugend durch die eigene geschlossene Persönlichkeit. Niemals wird ein Dutzendmensch auf sie Eindruck machen und sie leiten. Selbst das Knorrige und Seltsame stört weniger den Eindruck des Mannes als das Triviale. Man verzeiht es, wenn er ein wenig Original ist, nur originell muß er sein; und eine geschlossene Persönlichkeit war Jacob Bernays. Der Wissenschaft hingegeben, reizten ihn nur wenig die Ehren und die Freuden der Welt; dabei entfremdete ihn sein Studirzimmer nicht der Gegenwart und den Bewegungen, welche sie politisch und religiös aufregten; erhalte über alles dies ein um so klareres llrtheil, als er außerhalb des Streites ver Parteien stand, als der Lärm des Tages seinen Sinn nicht betäubte. Bei ganz oberflächlicher Betrachtung seiner äußern Gewöhnheilen konnte er für einen Sonderling gelten; aber er trug nur die Maske des Sonderlings; dahinter steckte ein, auch das Drei׳ den der Welt mit ganz klarem und klugem Auge, betrachtender Kopf. Er scheute das Joch, welches der gesellige Verkehr auferlegt, er wollte nicht von Hinz und Kunz sich kostbare Stunden 22«

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