Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-07-01 · Heft 7 (Juli 1881) · p. Seite 301

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 7 (Juli 1881)
Article
Meir b. Simon und seine Schrift Mischemet Mizwa
Date
1881-07-01
Page
Seite 301 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829542-2829550-2872907--20335-2872936
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

301 Mctr b, Simon und seine Schrift Milchemeth Mizwa^ von Narbonne darüber beklagte, er begünstige die Juden auf Kosten der Christen, v. Depping, Ls8 juiks dans le moyen age p. 254, vgl. Saige a. a. O. p. 47. Dem Erzbischof standen in der Beschützung der Juden auch viele weltliche Fürsten zur Seite, welche in der Verkürzung der Rechte der ihnen untergebeneil Juden zugleich einen Eingriff in ihre Rechte erblickten. Diese Eingriffe steigerten sich, denn der Ausgang der Albigenserkriege, die blutige Arbeit der Inquisition trug nur dazu bei, ben Einfluß der Könige von Frankreich in der Pro. vence auf Kosten der Fürsten zu erhöhen. Nach den Albigensern , kamen die Juden an die Reihe. Für sie brach unter Ludivig IX., genannt der Heilige (1226—70), diesem gutmüthigen aber ,schwachen, bigotten Könige, eine schlimme Zeit an. Von sanatischen Priestern untgeben und gelenkt, schritt er von Feindseligkeit zu Feindseligkeit gegen die Juden, aber es ist wohl zu beachten, daß die nordfranzösischen Jilden die harten beschränkenden Gesetze des Königs schwerer empfunden haben als die provencalischen, die in den Fürsten noch einige Stütze fanden. Letztere wandten ihnen oft ihre Gunst und ihr Vertrauen zu. Es kaur in früherer Zeit, namentlich vor beut judenfeindlichen Papste Junocenz III., oft vor, daß die Fürsten die Verwaltung ihres Vermögens Juden anvertrauten und sie zu ihrem bailli (פקיד) ernannten, v. Benjamin von Tudela Itinerariain ed. Asher I, p. 6. Wir verweisen nur auf den unglücklichen Raymund VI, Grafen von Toulouse (1195—1222), der die Juden begünstigte und dafür vom Papste Jnnocenz III. verfolgt, nach seiner Besiegung öffentlich schivören mußte, die jüdischen Beamten abzusetzen, v. Graetz Gesch. VI p. 244 und 401. Höchst bemerkenswerth ist es, daß Ludwig IX. selbst in den Jahren 1230—47 in der Senechaussde Careassonne einen jüdischen Verwalter, Namens Astruguet, hatte, der dem Senechal untergeordnet, namentlich für die Erhebung der Steu-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.