Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1881)
- Article
- Meir b. Simon und seine Schrift Mischemet Mizwa
- Date
- 1881-07-01
- Page
- Seite 300 (sequence 6)
- Language
- German
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300 Melr b. Simon und seine Schrift Milchemeth Mizwa. besonders gewogen, aber auch nicht, daß er ihnen feindlich gesinnt war, wenn er auch den Kreuzzug predigte und die Inquisition gegen die Häretiker oder Albigenser unterstützte. ad b) Diese Inquisition wurde von Doininikanern oder Predigermönchen gehandhabt, welche sich um 1231 in Narbonne niedergelaffen hatten und ihren glühenden Fanatismus nicht nur die Albigenser, gegen die sie gesandt worden waren, sondern anch die Juden empfinden ließen. Sie belästigten sie in jeder nur möglichen Weise, drangen hie und da in die Synagogen und zwangen die Juden, nicht nur ihre Bekehrungspredigten anzuhören, sondern auch mit ihnen öffentlich zu disputiren. Solche Disputationen fanden bekanntlich in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts öfter statt, in Paris 1240, in SenS ungesähr um dieselbe Zeit, in Barcelona 1263. Ihnen schließt sich die von Narbonne an, in der M e '1 r b. S i m o n für die Juden das Wort führte. Die Lorbeeren des Apostaten Nikolaus Donin in Paris ließen die Dominikaner von Narbonne nicht ruhen. Sie veranstalteten ebenfalls eine Disputation in Gegenwart des Erzbischofs, der anderen geistlichen Würdenträger, der Vertreter der jüdischen Gemeinden und zahlreichen Volkes. Me Ir b. Simon hat seine Reden im Jahre 1245, wie es scheint nicht vollständig, sondern nur im Auszugs, ausgezeichnet, aber gehalten hat er sie wohl etwas früher. In der Aufzeichnung ist der Predigermönch durch קדש החרש und der antwortende Jude durch קדוש bezeichnet. ad c) Die mitgetheilten Controversen fallen sicherlich ebenfalls vor 1245. Das außerordentliche Lob, das der Verfasser dem Erzbischof von Narbonne spendet, mit dem er disputirte, paßt ganz besonders auf den Erzbischof Petrus Ainelii (1226 bis Ausang 1245)1 Derselbe als vir eriwius et eloquens gepriesen, war ein streitbarer Priester, aber beu Juden in so hohem Grade freundlich, gesinnt, daß sich im Jahre 1241 das Kapitel